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Pressemitteilung vom 10. Februar 2012:
Kein weiteres Frühchen am Klinikum Bremen-Mitte verstorben
Entsprechende Medienberichte sind falsch
Medienberichte, wonach in dieser Woche ein weiteres Frühchen auf der Neonatologie des Klinikums Bremen-Mitte verstorben ist, sind falsch. Richtig ist, dass ein etwa anderthalb jähriges Mädchen am Montagabend stationär in der Kinderklinik aufgenommen wurde mit dem Verdacht eines Infekts der oberen Luftwege. Die diensthabende Ärztin fand das Mädchen bei der Aufnahme in einem guten und stabilen Allgemeinzustand vor. In der Nacht fieberte das Mädchen auf, befand sich aber nach wie vor in einem stabilen Zustand. Das steigende Fieber konnte mit Hilfe von Medikamenten gesenkt werden. Während des gesamten Aufenthalts wurden die Vitalwerte des Mädchens regelmäßig kontrolliert. Es erfolgten Temperaturmessungen, Messungen der Sauerstoffsättigung und der Herzfrequenz.
Am Morgen verschlechterte sich der Gesundheitszustand schlagartig. Die Patientin wurde auf die Intensivstation verlegt. Dort verstarb das Kind am Dienstagmittag an einer Meningokokken-Infektion. Reanimationsversuche blieben erfolglos. Ein Zusammenhang mit dem Keimausbruch auf der Neonatologie im vergangenen Jahr besteht nicht.
Bilder-/Stand der Umsetzung des 10-Punkte-Maßnahmenplanes
Pressemitteilung
02.01.2012 - Klinikum Bremen-Mitte , Gesundheit Nord - Klinikverbund Bremen
Neonatologie am Klinikum Bremen-Mitte wird wiedereröffnet
Einweihung am Montag, 9. Januar
Der Keimausbruch in der Neonatologie des Klinikums Bremen-Mitte hat in den vergangenen Wochen den Alltag geprägt. In Zusammenarbeit mit den Experten des Robert-Koch-Instituts und des Deutschen Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg wurde ein 10-Punkte-Maßnahmenplan entwickelt, der die Grundlage für den Neuaufbau der Neonatologie am Klinikum Bremen-Mitte bildet. Ein wichtiger Teil des Maßnahmenplans sieht umfangreiche bauliche Veränderungen auf der Station vor. In den vergangenen Wochen wurden Bodenbeläge erneuert, Schränke ausgetauscht sowie Waschbecken und Arbeitsinseln demontiert und vieles mehr. Am Montag, 9. Januar, wird die renovierte Station offiziell wiedereröffnet.
Ab 9 Uhr besteht für Kamerateams und Fotografen die Möglichkeit, Bilder von der neuen Station zu machen. Die offizielle Wiedereröffnungsfeier beginnt dann um 15 Uhr im Hörsaal der Inneren Medizin am Klinikum Bremen-Mitte. Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper und Prof. Dr. Rainer Rossi, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin, werden die Grußworte halten. Außerdem werden Dr. Thorsten Körner, kommissarischer Chefarzt der Klinik für Neonatologie, und Dr. Wolfgang Marg, kommissarischer Chefarzt der Prof.-Hess-Kinderklinik, einige Worte an die Gäste richten. Bild- und Textberichterstatter sind zu der Wiedereröffnung herzlich eingeladen.
Achtung Redaktionen: Fotografen und Kamerateams, die vormittags Bilder auf der Station machen wollen, werden gebeten sich unter folgender E-Mail-Adresse anzumelden: daniel.goerkenicht spammen(at)gesundheitnord.de .
9. Januar 2012 wird die geschlossene Station wieder eröffnet
In den vergangenen Wochen war unser Alltag von dem schweren Keimausbruch in der Neonatologie geprägt. Inzwischen gibt es glücklicherweise einen Termin für den Neustart der Neonatologie:
Am 9. Januar 2012 werden wir die geschlossene Station wieder eröffnen.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Zudem sind wir dabei, unser 10-Punkte-Programm, mit dem wir unsere Hygieneprozesse künftig verbessern wollen, umzusetzen – beispielsweise werden gerade neue Hygienebeauftragte benannt.
Nach und nach werden wir die meisten dieser Maßnahmen nicht nur in der Neonatologie, sondern im ganzen Unternehmen auf den Weg bringen. Wir hoffen, dass wir so das Vertrauen unserer Patientinnen und Patienten zurückgewinnen können und es schaffen, in der Neonatologie wieder in den Alltag zurückzukehren.
10-Punkte-Maßnahmenplan
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Patientinnen und Patienten, Eltern und Angehörige,
der Keimausbruch in der Neonatologie des Klinikums Bremen-Mitte hat in den vergangenen Wochen unseren Alltag geprägt. Wie Sie sicher aus den Medien erfahren haben, sind bei uns seit April diesen Jahres mehrere Kinder durch eine Keiminfektion erkrankt, viele weitere wurden von dem Keim besiedelt. Drei Frühgeborene starben. Nach einer ersten Analyse haben wir das Deutsche Beratungszentrum für Hygiene am Universitätsklinikum Freiburg gebeten, sich vor Ort unsere Hygieneprozesse und -standards anzusehen, sie zu analysieren, Schwachstellen zu finden und Verbesserungsvorschläge zu machen. Inzwischen haben uns die Freiburger Experten einige Hinweise gegeben, was wir künftig besser machen können. Zudem liegt uns inzwischen ein Bericht des Robert-Koch-Institutes vor. Die Experten des Robert-Koch-Institutes waren nach Bremen gekommen, um den Keimausbruch zu untersuchen. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Keim wahrscheinlich von Person zu Person übertragen wurde.
Nach diesen Ergebnissen und unserer eigenen Analyse der Vorfälle müssen wir feststellen: Beim Thema Hygiene haben wir deutlichen Verbesserungsbedarf. Vieles war nicht optimal, und wir müssen jetzt aus der Vergangenheit lernen, damit solche Fehler in Zukunft nicht mehr passieren. Deshalb wollen wir jetzt nach vorne schauen und mit einigen ganz konkreten Maßnahmen die Hygiene deutlich verbessern.
Wir haben daher einen 10-Punkte-Maßnahmenplan entwickelt, der die Grundlage für einen Neustart der Neonatologie bildet. Viele Maßnahmen betreffen allerdings nicht nur die Neonatologie, sondern unser gesamtes Unternehmen. Wir werden diese Maßnahmen konsequent umsetzen, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern und das Vertrauen unserer Patientinnen und Patienten wieder zu gewinnen. Die geschlossene Station wollen wir am 5. Januar wieder eröffnen. Für das Klinikum und für den gesamten Verbund ist dieser Neustart ein wichtiges Signal – und nicht zuletzt schließen wir damit die entstandene Versorgungslücke, denn derzeit müssen alle Hochrisikoschwangeren in den Level-I-Zentren außerhalb Bremens versorgt werden.
Unser Maßnahmenpaket möchten wir Ihnen hier vorstellen:
Gesundheit Nord-Geschäftsführung zieht personelle Konsequenzen
Keimausbruch: Chefarzt des betroffenen Bereiches erhält fristlose Kündigung
Die Geschäftsführung der Gesundheit Nord und des Klinikums Bremen-Mitte hat nach dem Keimausbruch auf der Frühgeborenen-Intensivstation personelle Konsequenzen gezogen und Prof. Dr. Hans-Iko Huppertz, der als Chefarzt der Prof.-Hess-Kinderklinik und der Klinik für Neonatologie für den betroffenen Bereich verantwortlich ist, heute (15.11.2011) fristlos gekündigt. „Es hat sich gezeigt, dass eine Weiterbeschäftigung von Prof. Huppertz mit dem hohen Qualitätsanspruch des Klinikums Bremen-Mitte und des gesamten Klinikverbunds Gesundheit Nord nicht vereinbar ist", sagte Gesundheit Nord Geschäftsführer Dr. Diethelm Hansen. Die Analyse und Aufarbeitung der Vorfälle habe deutlich gemacht, dass Prof. Huppertz als verantwortlicher Chefarzt nicht rechtzeitig Maßnahmen zur Verhinderung einer Ausbreitung des Keims eingeleitet habe. Offenbar habe er bezüglich des Keimausbruchs eine Fehleinschätzung getroffen und den Ausbruchsverdacht nicht rechtzeitig gemeldet.
Im Interesse einer umfassenden rechtlichen Aufklärung des Sachverhaltes hat die Geschäftsführung der Gesundheit Nord die Staatsanwaltschaft über diesen Schritt informiert, um bei der Aufklärung des Falls mitzuwirken.
Aktuelle Information zu den ESBL-Fälle in der Neonatologie des Klinikums Bremen-Mitte - 11. November 2011
Sicher werden Sie über den ESBL-Keimausbruch bereits aus den Medien erfahren haben. Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sich die Zahl der ESBL-Fälle in der Neonatologie des Klinikums Bremen-Mitte auf 23 erhöht. Von diesen 23 Kindern waren neun Kinder an einer Infektion durch ESBL-Keime erkrankt, bei zwei weiteren ist es unklar, ob die Infektion, an der die Kinder erkrankt waren, durch ESBL-Keime verursacht waren.
Von diesen neun Kindern sind drei verstorben. Ein weiteres Kind, das von dem ESBL-Keim betroffen war, ist an einer Hirnblutung verstorben. Wir gehen sicher davon aus, dass die ESBL-Keime in diesem Fall nicht die Todesursache waren.
Zum ersten Mal ist eine Infektion durch den Keim am 30. 4. nachgewiesen worden. Natürlich stellen sich jetzt viele Fragen, die wir aufklären und beantworten müssen. Als eine erste Konsequenz ist Prof. Huppertz in seiner Funktion als hygieneverantwortlicher Arzt des gesamten Klinikums Bremen-Mitte zurückgetreten. Seiner Aufgaben als Klinikdirektor der Prof.-Hess-Kinderklink nimmt er nach wie vor wahr. Damit möchte er einen möglichen Konflikt, der bei der Aufbereitung der Vorgänge aus der Doppelfunktion entstehen könnte, vermeiden. Kein Zweifel besteht für uns daran, dass alle Kinder medizinisch sachgerecht behandelt worden sind.
Wir müssen mit großer Betroffenheit feststellen, dass wir die Situation zunächst offenbar falsch eingeschätzt haben und erst jetzt die tatsächliche Zahl der betroffenen Kinder erfahren haben.
PatientInnen- und Angehörigeninformation
Sehr geehrte Patientinnen und Patienten
des Klinikums Bremen-Mitte, liebe Angehörige,
sicher haben Sie in den vergangenen Tagen aus der Presse von den tragischen Vorfällen in unserem Haus erfahren: Auf der Frühgeborenenstation in der Frauenklinik des Klinikums Bremen-Mitte sind drei Frühgeborene gestorben, die sich mit einem Keim infiziert haben.
Der Keim wurde bei weiteren Kindern nachgewiesen, die zum Teil daran erkrankt sind. Inzwischen geht es diesen Frühgeborenen aber wieder gut. Sie liegen in isolierten Zimmern auf der Frühgeborenenstation. Diese Station ist für Neuaufnahmen gesperrt.
Viele Rückfragen von Patienten und Angehörigen in den vergangenen Tagen zeigen uns deutlich, wie groß Ihre Besorgnis ist. Wir möchten deshalb noch einmal darüber informieren, dass ausschließlich die Neugeborenen-Intensivstation von der Keimausbreitung betroffen ist. Andere Bereiche oder Stationen des Klinikums sind nicht davon berührt. Selbstverständlich können Sie weiterhin als Patienten in unser Haus kommen.
Auf der Frühgeborenen-Intensivstation ist es uns trotz umfangreicher Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen leider immer noch nicht gelungen, die Quelle des Keims zu finden. Wir haben deshalb das auf solche Fälle spezialisierte Robert-Koch-Institut aus Berlin eingeschaltet, das die betroffene Station derzeit untersucht. Hochrisikoschwangeren - also Frauen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sehr kleines Frühgeborenes zur Welt bringen werden - raten wir derzeit sicherheitshalber, zur Entbindung in andere Krankenhäuser zu gehen, beispielsweise in das Klinikum Links der Weser, das Frühgeborene ebenfalls versorgen kann. Normale Entbindungen aber sind davon nicht betroffen. Schwangere Frauen können ihr Kind selbstverständlich auch weiterhin im Klinikum Bremen-Mitte zur Welt bringen. Der betreffende Keim ist auf der Wochenstation, die räumlich von der Frühgeborenenstation abgetrennt ist, nicht aufgetreten.
Die betroffene Station werden wir nun komplett räumen und desinfizieren. Alle Materialien werden ausgetauscht, alle Medizingeräte nochmals desinfiziert. Die Kinder, die von dem Keim betroffen sind, werden auf eine andere Station verlegt, die vollständig isoliert sein wird. Damit haben die Kinder, die diesen Keim tragen, keine Berührungspunkte zu anderen Patienten, so dass eine Übertragung ausgeschlossen ist. Unsere ganze Anstrengung gilt nach wie vor der Suche nach der Quelle, damit wir endgültig sicher sein können, den Keimausbruch bewältigt zu haben.
Sollten Sie weitere Fragen dazu haben, können Sie gerne unsere Hotline anrufen, die wir angesichts dieser Ereignisse eingerichtet haben. Sie ist täglich von 9 bis 18 Uhr unter der Nummer
408 19019
zu erreichen.
Ihre Geschäftsführung
Info-Hotline (0421) 408 19019
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