Unser Behandlungsspektrum

Die Strahlentherapie in der Tumorbehandlung

Die Strahlentherapie stellt einen der drei Fundamente der Tumorbehandlung dar. Sie ist Bestandteil vieler Behandlungskonzepte, die als Ergebnis kontinuierlicher medizinischer Forschung und technologischen Fortschritts entwickelt wurden.

Für die meisten Tumorerkrankungen existieren nationale und internationale Leitlinien, die von den Expertinnen und Experten der medizinischen Fachgesellschaften erarbeitet wurden. Diese Leitlinien werden kontinuierlich weiterentwickelt und sind stets Richtschnur für unsere Behandlungsempfehlungen.

Darüberhinaus wird es aber auch immer wieder Erkrankungssituationen geben, für die es keine etablierten „Standard“-Lösungen gibt. Hier ist der langjährige Erfahrungsschatz unserer Ärztinnen und Ärzte gefragt, die sich nicht nur mit anderen beteiligten Fachdisziplinen abstimmen, sondern die Situation jeder Patientin und jedes Patienten in den Besprechungen des Fachbereichs Strahlentherapie und RadioOnkologie diskutieren. Bei uns ist die Entscheidungsfindung immer eine Team-Aufgabe.

Die folgenden Informationen zu einzelnen Tumorerkrankungen können naturgemäß nur sehr allgemeine Angaben enthalten. Jede Erkrankungssituation muss individuell bewertet werden. Zudem sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Liste der folgenden Erkrankungen nur eine Auswahl häufigerer Tumoren darstellt. Bei uns werden ohne Einschränkung sämtliche Tumorerkrankungen behandelt.

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung der Frau. Die wichtigste Säule der Brustkrebsbehandlung stellt die Operation dar. Dabei kann in vielen Fällen auf die vollständige Entfernung der Brust verzichtet werden. Ergänzend muss dann aber immer eine Strahlenbehandlung des verbliebenen Brustgewebes erfolgen, um das Rückfallrisiko zu minimieren. In besonderen Situationen ist auch heute noch eine vollständige Brustentfernung notwendig. Ob dann eine zusätzliche Strahlenbehandlung notwendig ist, hängt von vielen Faktoren, insbesondere vom Vorhandensein von Lymphknoten-metastasen ab.

Das Zielgebiet einer Strahlentherapie bei Brustkrebs umfasst entweder nur die verbliebende Brustdrüse oder die Brustwand oder aber zusätzlich auch das Lymphabflussgebiet in der Schlüsselbeingrube, neben dem Brustbein oder gelegentlich auch in der Achselhöhle.

Zur Schonung der benachbarten Organe, insbesondere der Lunge und des Herzens, aber auch der Nerven und Lymphbahnen des Armes führen wir in jedem Fall sorgfältige CT-gestützte Bestrahlungsplanung durch. Je nach Situation und auch nach individueller Anatomie kann die Schonung der Normalgewebe und Risikostrukturen in unterschiedlicher Weise optimiert werden. Zur Verfügung stehen auf jeden Fall die Möglichkeiten der atemabhängigen Bestrahlung und der 3D-hochkonformalen Behandlung in IMRT-Technik.

Prostatakrebs ist die häufigste Tumorerkrankung des Mannes. Die Aggressivität und damit die Behandlungsstrategien dieses Tumors können innerhalb eines sehr weiten Spektrums variieren. Einige Tumoren bedürfen nur einer wachsamen Verlaufskontrolle, während andere eine intensive Behandlung mit einer Kombination verschiedener onkologischer Therapien benötigen. Bedenken Sie dies bitte, wenn Sie mit anderen über Ihre Prostatakrebserkrankung sprechen und die verschiedenen Behandlungen vergleichen.

Die Therapieplanung einer Prostatakrebserkrankung orientiert sich im Wesentlichen am feingeweblichen, histologischen Wachstumsmuster, dem sog. Gleason-Score, an dem PSA-Spiegel, einem Laborwert, und am Ergebnis der Umfelduntersuchungen, die Hinweise auf Metastasen geben können.

Strahlenbehandlungen können bei Prostatakrebserkrankungen in vielen Situationen zum Einsatz kommen. An erster Stelle ist hier natürlich die kurative, also zur endgültigen Heilung der Krebserkrankung führende Strahlentherapie zu nennen. Aber auch eine spätere Rückfalltherapie, eine sog. Salvage-Bestrahlung nach vorheriger Operation ist möglich. Gelegentlich muss auch eine Strahlentherapie direkt nach einer operativen Prostataentfernung angeschlossen werden.

Bei der Erstbehandlung besteht im Gegensatz zu anderen Tumorerkrankungen meist die Möglichkeit der Wahl zwischen Operation und Strahlenbehandlung als gleichwertige Alternativen. Gerade das macht es für den Patienten aber schwer, sich zwischen diesen sehr unterschiedlichen Behandlungen mit ganz verschiedenen Risiken und organisatorischen Abläufen zu entscheiden. Wir haben daher bereits vor vielen Jahren eine eigene Sprechstunde in Zusammenarbeit mit der Urologischen Klinik des Klinikums Bremen-Mitte eingerichtet, in der wir Patienten bei gleichzeitiger Anwesenheit je einer Fachärztin bzw. eines Facharztes der Strahlentherapie und der Urologie beraten können. Am besten meldet Ihre Urologin oder Ihr Urologe Sie hierfür in der Ambulanz 4 des Klinikums Bremen-Mitte an unter

 (0421) 497-77402

Bei Strahlenbehandlungen der Prostata oder der Prostataloge nach Operation ist ein großes Augenmerk auf die Schonung benachbarter Normalgewebe zu legen. Dies sind insbesondere Rektum (Enddarm), Harnblase und Harnröhre. Wir führen derartige Behandlungen daher stets in IMRT-Technik mit engmaschiger bildgestützter Kontrolle (IGRT) durch. Bei Erstbehandlung einer Prostatakrebserkrankung können wir die Behandlungsgenauigkeit noch durch die vorherige Implantation von Goldmarkern erhöhen.

Strahlenbehandlungen der Prostata werden zur Erhöhung des langfristigen Behandlungserfolges vor allem von sehr aggressiven Tumoren durch eine vorübergehende Testosteronentzugstherapie unterstützt. Diese medikamentöse Begleittherapie erfolgt durch Ihre Urologin bzw. Ihren Urologen.

Lungenkrebs stellt leider immer noch einen der häufigsten Tumoren dar. Je nach Stadium und vor allem feingeweblichem Bild (Histologie) kann es sich um sehr unterschiedliche Tumoren handeln.

Leider werden Lungentumoren oft spät entdeckt, so dass eine operative Entfernung nicht mehr möglich ist. Solange keine Tochtergeschwülste (Metastasen) entstanden sind, bestehen aber heute sehr gute Möglichkeiten einer Kombinationsbehandlung mit Bestrahlung und Chemo- oder Immuntherapie. Aber auch bei einer metastasierten Erkrankung kann der Erkrankungsverlauf mit medikamentösen Tumorbehandlungen günstig beeinflusst werden. Bei sogenannten kleinzelligen Lungenkarzinomen kann deren Wirkung mit gezielten Strahlentherapien des Lungentumors wirkungsvoll unterstützt werden.

Alle Strahlenbehandlungen der Lunge setzten eine sorgfältige Bestrahlungsplanung voraus, damit die oft schon durch den Tumor beeinträchtigte Lungenfunktion nicht weiter leidet. Meist erfolgt eine Bestrahlung in IMRT-Technik. Kleine Tumoren können, wenn durch Begleiterkrankungen und / oder Alter eine Operation zu risikoreich ist, auch sehr gezielt stereotaktisch hochdosiert bestrahlt werden. Die Bestrahlung wirkt dann wie eine operative Tumorentfernung.

Bestimmte Tumortypen neigen stark zur Ausbildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) im Gehirn. Hier kann es sinnvoll sein, vorsorglich eine sehr schonende Hirnbestrahlung vorzunehmen. Mittels IMRT können dabei die besonders empfindlichen Hirnstrukturen gezielt geschont werden (Hippocampus-schonende Bestrahlung).

Wir führen Behandlungen von Lungentumoren in enger Kooperation mit dem Lungenkrebszentrum am Klinikum Bremen-Ost durch. Unsere Ärztinnen und Ärzte sind daher für die Abstimmung der Behandlungskonzepte auch regelmäßig persönlich im Klinikum Bren-Ost vor Ort.

Tumoren der Gebärmutter gehören zu den häufigen Tumoren der Frau. Je nachdem, ob der Tumor im Gebärmutterhals (Zervixkarzinom) oder in der Gebärmutterhöhle (Endometriumkarzinom) entsteht, handelt es sich um zwei sehr unterschiedliche Erkrankungen.

Beiden Erkrankungen gemein ist aber, dass häufig nach einer operativen Gebärmutterentfernung Zusatzbehandlungen not-wendig sind, um das Rückfallrisiko zu mindern. Zu diesen Zusatzbehandlungen gehört meist auch eine Strahlenbehandlung der Umgebung der Gebärmutter und der Lymphabflusswege des kleinen Beckens.

Durch sorgfältige Bestrahlungsplanung und hochwertige Technologie wie IMRT-Technik sind Belastungen der benachbarten gesunden Organe wie Darm, Harnblase und Hüftgelenke auf ein Maß zu begrenzen, dass Folgeschäden extrem selten sind.

Der direkte Zugang zur Gebärmutter oder der Narbe nach Gebärmutterentfernung  über die Scheide gestattet es auch, eine Strahlenquelle in unmittelbaren Kontakt zum Therapiegebiet zu bringen. Bei dieser Form der Brachytherapie verbleibt kein radioaktives Material in der Patientin, so dass nach der meist ambulant möglichen Therapie keinerlei Gefahr für die Angehörigen besteht.

Falls eine Strahlenbehandlung mit einer Chemotherapie zeitlich kombiniert werden muss, besteht bei uns die Möglichkeit, die medikamentöse Therapie in der Hämato-Onkologischen Tagesklinik (HOT) durchzuführen, die sich im selben Gebäude direkt eine Etage über dem Fachbereich Strahlentherapie und RadioOnkologie befindet. So ist gewährleistet, dass Sie direkt nach der Chemotherapie ohne Zeitverzögerung bestrahlt werden können und nicht länger als unbedingt nötig bei uns warten müssen. Auch die persönliche Abstimmung des Medikamentenplanes mit den Spezialisten für die Chemotherapie ist stets gegeben.

Wir arbeiten mit allen gynäkologischen Krankenhausabteilungen Bremens und des niedersächsischen Umlandes zusammen.

Tumoren des Kopfes und Halses wie z. B. Kehlkopf- oder Zungenkrebs sind für die Patientin bzw. den Patienten oft mit erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität verbunden. Atmung, Nahrungsaufnahme und Sprache können dabei nicht nur durch den Tumor selber, sondern auch durch die notwendigen Behandlungen beeinträchtigt werden.

Daher ist es besonders wichtig, die bestmögliche Behandlung in enger Abstimmung mit den Spezialisten für operative Tumortherapie, das können je nach Tumorsitz Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen oder HNO-Ärzte sein, und Strahlentherapie abzustimmen. Oft ist eine Strahlentherapie in Kombination mit einer Chemotherapie als organ- und damit funktionserhaltende Alternative zu ausgedehnten Operationen möglich. Vor allem bei Kehlkopftumoren kann so die natürliche Sprechfähigkeit erhalten werden. Aber auch nach operativer Behandlung können Bestrahlungen oder Kombinationsbehandlungen aus Bestrahlung und Chemotherapie notwendig sein, um das Rückfallrisiko zu minimieren.

Wir arbeiten eng mit der HNO-Klinik und der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie des Klinikums Bremen-Mitte sowie der HNO-Klinik des St. Joseph Stiftes Bremen zusammen. Als beratende Partner sind wir regelmäßig in beiden Häusern persönlich vor Ort.

Vor Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich sind meist vorbereitende Eingriffe wie eine Zahnsanierung, die Anfertigung von Zahnschienen oder die vorübergehende Anlage einer Ernährungssonde notwendig. Wir organisieren alles Nötige für Sie in Zusammenarbeit mit der zuweisenden Klinik.

Nach Anfertigung einer individuellen Kopfhalterung muss eine sorgfältige Bestrahlungsplanung erfolgen. Regelmäßig kommen IMRT-Techniken zum Einsatz, um die zahlreichen empfindlichen gesunden Organe im Therapiegebiet zu schonen. Vor allem Armnervengeflechte, Rückenmark und Hirnstamm dürfen keinen Schaden nehmen. Speicheldrüsenfunktion, Augenlinsen, Kehlkopf und Kiefergelenk sollten weitestgehend geschont werden ohne den Therapierfolg zu beeinträchtigen.

Falls eine Strahlenbehandlung mit einer Chemotherapie zeitlich kombiniert werden muss, besteht bei uns die Möglichkeit, die medikamentöse Therapie in der Hämato-Onkologischen Tagesklinik (HOT) durchzuführen, die sich im selben Gebäude direkt eine Etage über dem Fachbereich Strahlentherapie und RadioOnkologie befindet. So ist gewährleistet, dass Sie direkt nach der Chemotherapie ohne Zeitverzögerung bestrahlt werden können und nicht länger als unbedingt nötig bei uns warten müssen. Auch die persönliche Abstimmung des Medikamentenplanes mit den Spezialisten für die Chemotherapie ist stets gegeben.

Auch bei optimaler Behandlungsplanung sind Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich sehr anstrengend, zumal wenn die Patientin bzw. der Patient schon vor Behandlungsbeginn tumorbedingt geschwächt ist. Für den Fall, dass eine stationäre Behandlung notwendig wird, verfügt das Klinikum Bremen-Mitte über eine eigene strahlentherapeutische Bettenstation, die gemeinsam von den Ärztinnen und Ärzten des Fachbereichs Strahlentherapie und RadioOnkologie und onkologisch versierten Internistinnen und Internisten betreut wird. Dadurch können ohne Informations- und Zeitverlust ambulant begonnene Behandlungen im Bedarfsfall problemlos stationär fortgesetzt werden.

Vor allem Tumoren der Speiseröhre und des Enddarms (Rektum) stellen für Operateure eine Herausforderung dar, da die Organe in enger Nachbarschaft zu wichtigen Organen wie Lunge und Herz sowie Harnblase und Schließmuskel liegen. Dadurch können die Sicherheitsabstände nicht so großzügig bemessen werden, wie es zur sicheren Tumorentfernung nötig wäre. Gelegentlich sind die Tumoren auch so eng mit Nachbarorganen verwachsen, dass eine vollständige operative Entfernung zunächst nicht möglich erscheint.

Eine Strahlenbehandlung, oft kombiniert mit einer Chemotherapie ist eine sehr wirkungsvolle Möglichkeit, die Voraussetzungen vor einer Operation deutlich zu verbessern. Der Tumor kann so bereits vor dem Eingriff deutlich kleiner werden und die Gefahr einer Tumorzellverschleppung während des Eingriffs sinkt. Bei sehr tief gelegenen Enddarmtumoren steigt die Chance deutlich, dass der natürliche Schließmuskel erhalten werden kann. Dem Tumor muss allerdings ausreichend Zeit gegeben werden, um auf die Vorbehandlung zu reagieren. Die Operation erfolgt daher erst nach einer Wartezeit von mehreren Wochen.

Manchmal ist es auch möglich, einen Tumor des Verdauungstraktes ausschließlich mittels Strahlen- und Chemotherapie zu behandeln, z. B. in der Speiseröhre. Fast immer wird eine solche organerhaltende Radiochemotherapie bei Tumoren des Schließmuskelkanals (Analkarzinom) durchgeführt. Meist gelingt es dadurch, einen künstlichen Darmausgang zu vermeiden.

Durch sorgfältige Bestrahlungsplanung und hochwertige Technologie wie IMRT-Technik sind Belastungen der benachbarten gesunden Organe wie Herz und Lunge bzw. Harnblase und Hüftgelenke auf ein Maß zu begrenzen, dass Folgeschäden extrem selten sind.

Falls eine Strahlenbehandlung mit einer intravenösen Chemotherapie zeitlich kombiniert werden muss, hängt es von den eingesetzten Medikamenten ab, ob sie als Kapseln zu Hause eingenommen werden kann, unter tagesklinischen Bedingungen kurzzeitig oder vollstationär als mehrtägige Dauerinfusion intravenös gegeben werden muss. Jede Erkrankung erfordert eine eigens angepasste Chemotherapie.

Für kurzdauernde intravenöse Chemotherapien besteht bei uns die Möglichkeit, die Behandlung in der Hämato-Onkologischen Tagesklinik (HOT) durchzuführen, die sich im selben Gebäude direkt eine Etage über dem Fachbereich Strahlentherapie und RadioOnkologie befindet. So ist gewährleistet, dass Sie direkt nach der Chemotherapie ohne Zeitverzögerung bestrahlt werden können und nicht länger als unbedingt nötig bei uns warten müssen. Auch die persönliche Abstimmung des Medikamentenplanes mit den Spezialisten für die Chemotherapie ist stets gegeben.

Für mehrtägige intravenöse Chemotherapien unter stationären Bedingungen verfügt das Klinikum Bremen-Mitte über eine eigene strahlentherapeutische Bettenstation, die gemeinsam von den Ärztinnen und Ärzten des Fachbereichs Strahlentherapie und RadioOnkologie und onkologisch versierten Internistinnen und Internisten betreut wird.

Wir arbeiten mit allen bauchchirurgischen  Krankenhausabteilungen Bremens und des niedersächsischen Umlandes zusammen.

Hirntumoren gehören zu den selteneren Tumoren. Meist steht zunächst eine operative Behandlung im Vordergrund.

Falls ein hohes Rückfallrisiko besteht oder der Tumor wegen seiner Nähe zu lebenswichtigen Hirnstrukturen nicht vollständig entfernt werden kann, muss eine zusätzliche Bestrahlung des Operationsbettes erfolgen. Die Möglichkeiten zu einer zusätzlichen Chemotherapie sind im Gehirn sehr begrenzt, da das Hirngewebe über eine natürliche Barriere für viele Chemotherapeutika verfügt. Die im Gehirn wirksamen Chemotherapeutika können erfreulicherweise meist als Kapseln ambulant während einer Bestrahlungsserie eingenommen werden. Eine stationäre Behandlung ist deswegen meist nicht erforderlich.

Nach Anfertigung einer individuellen Kopfhalterung muss eine sorgfältige Bestrahlungsplanung erfolgen. Regelmäßig kommen IMRT-Techniken zum Einsatz, um die unterschiedlich strahlenempfindlichen Hirnabschnitte sowie Gehör und Augen optimal zu schonen.

Bei bestimmten Hirntumoren (Glioblastom) ist es möglich, die während der Bestrahlung begonnene Chemotherapie im Anschluss fortzusetzen und den Effekt durch elektrische Wechselfelder gezielt im Gehirn zu verstärken. Sollte eine derartige TTF-(tumour treating fields-)Therapie bei Ihnen indiziert sein, organisieren wir für Sie die Einleitung der Behandlung.

Leider sind nicht alle Tumorerkrankungen heilbar. Aber auch bei nichtheilbaren Tumorstadien gibt es vielfältige Möglichkeiten, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen und Symptome wirksam zu bekämpfen.

Die Strahlentherapie leistet gerade im Bereich sogenannter palliativer, also symptomlindernder Behandlungen einen sehr wirkungsvollen Beitrag. Häufig gehen von Tumorabsiedlungen (Metastasen) Beschwerden aus. Aber auch der Tumor im Ursprungsorgan kann erhebliche Beschwerden verursachen. Im Einzelnen eignen sich palliative Bestrahlungen in folgenden Situationen:

  • schmerzhafte Knochenmetastasen
  • die Festigkeit beeinträchtigende Knochenmetastasen (Bruchgefahr)
  • Nerven einklemmende Knochenmetastasen mit drohender oder bereits bestehenden Nervenausfällen, z. B. Lähmungen
  • Hirnmetastasen
  • Tumorblutungen aus Lunge, Harnblase oder Gebärmutter
  • tumorbedingte Einengung von Atemwegen
  • Durchblutungsstörungen durch tumorbedingte Einengung von großen Blutgefäßen

Für palliative Bestrahlungen sind meist geringere Dosen notwendig als bei kurativen Therapien. Die Behandlungsserie kann entsprechend kürzer angelegt werden.

Kleine Hirnmetastasen können in der Regel stereotaktisch bestrahlt werden. Mit nur fünf Bestrahlungssitzungen ist die Behandlung rasch abgeschlossen und kann die nicht betroffenen Hirnabschnitte optimal schonen.

In Fällen, in denen nur eine oder wenige Metastasen, vielleicht sogar erst längere Zeit nach der Erstdiagnose des Tumors auftreten, ist es oft sinnvoll, die Metastasen intensiv zu behandeln, auch wenn sie keine Beschwerden hervorrufen. Gerade gezielte kleinvolumige Bestrahlungen eignen sich hierfür besonders gut.

Strahlenbehandlung nichttumoröser Erkrankungen

Ionisierende Strahlen sind bereits in sehr geringer Intensität in der Lage, schmerzhafte Entzündungsprozesse des Bewegungsapparates langfristig zu unterdrücken. Da es sich um eine örtlich begrenzte Maßnahme handelt, sind unerwünschte Effekte an entfernten Organen wie sie bei medikamentöser Therapie häufig auftreten nicht zu erwarten.

Die Behandlung wird über zwei Wochen in insgesamt sechs Teilsitzungen (Fraktionen) durchgeführt. Der Zeitaufwand pro Fraktion beträgt nur wenige Minuten.

Zur strahlentherapeutischen Behandlung geeignet sind vor allem folgende Erkrankungen:

  • Fersensporn (Calcaneodynie)
  • Plantarfaziitis
  • Achillodynie
  • Fuß- und Zehengelenksarthrosen
  • Hand- und Fingergelenksarthrosen
  • Knie-, Hüft- und Schultergelenksarthrosen
  • chronische Schleimbeutelüberlastungen (Bursitiden)

Überschießende Wucherungen von Binde- und Stützgeweben können strahlentherapeutisch verhindert werden. Voraussetzung ist, dass die Strahlenbehandlung bereits vor dem auslösenden Ereignis erfolgt. Ist eine überschießende Gewebsvermehrung oder –verhärtung bereits eingetreten, kann eine Strahlenbehandlung das Fortschreiten verhindern. Bei zeitlich gut koordinierter Anwendung mit einer operativen Entfernung überschießender Gewebe kann einem Rückfall vorgebeugt werden.

Die notwendige Strahlenintensität liegt etwas höher als bei entzündungshemmenden Bestrahlungen, beträgt aber ebenfalls nur einen Bruchteil der Strahlenintensität zur Behandlung von Tumorerkrankungen. Insofern sind Nebenwirkungen sehr selten. Die Anzahl der Fraktionen ist stark vom Krankheitsbild abhängig.

Typische Indikationen zur Bestrahlung stellen folgende Erkrankungen dar:

  • Keloidprophylaxe
  • Prophylaxe heterotoper Ossifikationen (Weichgewebsverknöcherungen) v. a. nach Implantation künstlicher Hüftgelenke
  • M. Dupuytren

Eine Strahlentherapie kann darüber hinaus zur Verhütung einer männlichen Brustdrüsenvergrößerung (Gynäkomastieprophylaxe), wie sie durch Medikamente, die in der Prostatakrebstherapie eingesetzt werden, hervorgerufen wird, eingesetzt werden.

Auch bei Erkrankungen der Augenmuskeln und des Fettgewebes hinter dem Auge im Zusammenhang mit Schilddrüsenerkrankungen (Endokrine Orbitopathie) sprechen auch eine Strahlenbehandlung gut an.

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