Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

04.01.2018 - Gesundheit Nord - Klinikverbund Bremen, Klinikum Links der Weser

Gefährlicher Diäten-Hype

Wenn Eltern die Ernährung ihrer Kinder auf eigene Faust umstellen, kann das schnell ungesund werden / Ärzte warnen vor den Folgen

Dr. Martin Claßen

Oft sind Bauchschmerzen der Auftakt für eine ungesunde Entwicklung. Bei Kindern können sie relativ häufig auftreten. Doch meist gibt es keine organischen Ursachen. Für viele besorgte Eltern sind Bauchschmerzen dann oft der Anlass dafür, die Ernährung ihrer Kinder auf eigene Faust umzustellen. „Es ist geradezu ein Diäten-Hype entstanden, den wir Kindergastroenterologen gar nicht gutheißen“, sagt Dr. Martin Claßen, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Links der Weser und 1. Vorsitzender der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE). Ein aktueller Trend sei die glutenfreie Kost, ohne dass es den Beweis für eine lebenslange Unverträglichkeit gegenüber dem Gluten gibt. Gluten ist in den meisten Getreidesorten enthalten. Auch „beliebt“ sei die Lactoseintoleranz, ohne dass es eine ärztliche Diagnose dafür gibt, dass der angeblich Betroffene den Milchzucker nicht verträgt.

 

„Jede Diät kann zu Einschränkungen der Lebensqualität der Kinder führen“, warnt Dr. Martin Claßen. Eine damit verbundene Mangel- oder Fehlernährung könne sogar die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern langfristig gefährden. Zwar seien Ratschläge aus diversen Elternmagazinen oder Foren gut gemeinte Tipps, doch ergäben sich so auch Risiken für eine Fehl- oder Mangelernährung. Viele Nährstoffe, auf die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung besonders angewiesen seien, würden ihnen durch unnötige Diäten vorenthalten. Und nebenbei bekämen sie so auch den Eindruck, dass Lebensmittel eine Gefahr für sie sein könnten.

 

Vor allem auf Mikronährstoffe wie Vitamin D, Folsäure, Eisen und Kalzium sollten Eltern bei der Ernährung ihrer Kinder achten, sagt Claßen. Kalzium etwa sei wichtig für den Knochenaufbau. Der Bedarf bei Kindern und Jugendlichen sei besonders hoch und sollte vor allem über Milchprodukte gedeckt werden. Bekommen Kinder zu wenig von dem Nährstoff, „gibt es akut zwar keine Symptome, dafür steigt das Risiko einer späteren Osteoporose (Knochenschwund)“, erklärt Claßen. Ebenfalls wichtig für den Knochenstoffwechsel ist Vitamin D und darüber hinaus auch für die Entwicklung des Immunsystems. Bei einem Mangel besteht laut Claßen die Gefahr, dass sich Allergien und echte Unverträglichkeiten bilden.

 

Einseitige Ernährung durch FODMAP-Diäten

Ein besonderes Problem stellen aus Sicht der Gastroenterologen aktuell die sogenannten FODMAP-Diäten dar. FODMAP ist eine Gruppe umwandelbarer Kohlenhydrate wie Laktose, Fruktose sowie Lebensmittelzusatzstoffe wie Sorbitol, Isomaltit oder Xylit, die in vielen industriell verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen. Diese Kohlenhydrate sind auch in Naturprodukten wie Früchten, Honig, Weizen, Knoblauch, Zwiebeln und Insulin in Gemüsen wie Bohnen, Sojabohnen und Linsen enthalten. Lässt man all das weg, wird die Ernährung schnell einseitig. „Wenn diese Diät, deren Wirksamkeit kaum belegt ist, nicht von Experten begleitet wird, ist die Gefahr einer Mangelernährung sehr groß“, sagt Dr. Martin Claßen.

 

Bei körperlichen Beschwerden wie den häufigen Bauchschmerzen sollten Kinder unbedingt ärztlich untersucht werden, rät Claßen. Es stünden eine Reihe einfacher Untersuchungsverfahren für Kinder zu Verfügung, um den Verdacht präzise abklären zu können. Gemeinsam könne man die beste und verträglichste Therapiemethode und eine passende Ernährung finden und den Prozess überwachen. So gebe es sogar Fälle, bei denen eine Unverträglichkeit wieder verschwunden ist, nachdem die Ernährung nur vorübergehend umgestellt wurde. „Wir Kindergastroenterologen haben die Fachkenntnisse über Erkrankungen im Bauch“, sagt der Arzt. Eltern sollten sie bei Problemen für die Gesundheit ihrer Kinder nutzen.

 

Dr. Martin Claßen ist Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Links der Weser und 1. Vorsitzender der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung. Wenn Sie zu dem Thema „Diäten-Hype“ weiterrecherchieren möchten, stellen wir gerne für Sie den Kontakt zu unserem Experten her. 


Sie sind hier:Pressemitteilung-

Notfall

Die wichtigsten Nummern für den Notfall

Sie haben sich verletzt? Ein Angehöriger hatte einen Unfall oder fühlt sich plötzlich schlecht? Im Notfall rufen Sie bitte einen Krankenwagen, der sie schnell und sicher ins Krankenhaus bringt.

Feuerwehr/Rettungsdienst
 112

Unsere Notfallaufnahmen:

Notfallaufnahmen: Notfallambulanzen
in den Kinderkliniken:
Klinikum Bremen-Mitte
 (0421) 497 2020
Klinikum Bremen-Mitte
 (0421) 497 5410
Klinikum Bremen-Ost
 (0421)  408 1291
Klinikum Bremen-Nord
 (0421)  6606 1443
Klinikum Bremen-Nord
 (0421) 6606 1371
Klinikum Links der Weser
 (0421) 879 1206
Klinikum Links der Weser
 (0421) 879 1478
Notfallambulanz im Links der Weser

Im Notfall
Giftnotruf Niedersachsen/Bremen
 0551 19240

Ärztlicher Bereitschaftsdienst
 116117
Die Bereitschaftsdienste der Kassenärztlichen Vereinigung sind über die bundesweite Rufnummer 116 117 zu erreichen. Der Bereitschaftsdienst stellt sicher, dass Patienten außerhalb der üblichen Praxis-Sprechstundenzeiten ärztlich versorgt werden, abends, an den Wochenenden und an Feiertagen

...lesen

Anfahrt

Für jeden Standort finden Sie hier eine Anfahrtskizze, einen Lageplan und eine Verknüpfung mit den aktuellen Haltestellenfahrplänen der BSAG.

Zentraler Kontakt

Kontakt

Gesundheit Nord | Klinikverbund Bremen
Kurfürstenallee 130
28211 Bremen

Postadresse:
Gesundheit Nord | Klinikverbund Bremen
28102 Bremen

 (0421) 497 0
 Faxnummern zu den Kliniken finden Sie jeweils auf den Klinik-Seiten
 Infonicht spammen(at)Gesundheitnord.de

Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Dann schicken Sie uns eine Nachricht –
wir werden uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen!

Telefonzentralen

Klinikum Bremen-Mitte
 0421 497-0

Klinikum Bremen-Nord
 0421 6606-0

Klinikum Bremen-Ost
 0421 408-0

Klinikum Links der Weser
 0421 879-0

Kontaktformular

Klinikverbund verkürzt für Service-Menü

Seite 1
Damit wir Ihre Nachricht schnell bearbeiten können, wählen Sie bitte unbedingt die gewünschte Gesellschaft/Klinik aus:
*Pflichtfelder