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Gefährlicher Diäten-Hype

Ernährungsumstellungen und voreilige Allergie-Vermutungen können besonders für Kinder schnell zum Problem werden, warnt Dr. Martin Claßen / Tag der Lebensmittel-Allergie am 21. Juni

 

 

Bauchschmerzen können der Auftakt für eine ungesunde Entwicklung sein. Bei Kindern treten sie relativ häufig auf. Doch oft gibt es keine organischen Ursachen. Für viele besorgte Eltern sind Bauchschmerzen aber der Anlass dafür, die Ernährung ihrer Kinder auf eigene Faust umzustellen. Denn sie vermuten Lebensmittel-Unverträglichkeiten und Allergien hinter den Problemen. „Es ist geradezu ein Diäten-Hype entstanden, den wir Kindergastroenterologen gar nicht gutheißen“, sagt Kinderarzt Dr. Martin Claßen. Der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Links der Weser und der Prof. Hess-Kinderklinik am Klinikum Bremen-Mitte warnt: „Ernährungsumstellungen auf eigene Faust können schnell zum Problem werden.“

Zum Beispiel verzichten viele Menschen auf Gluten, ohne dass es den Beweis für eine lebenslange Unverträglichkeit gibt. Gluten ist in den meisten Getreidesorten enthalten. Auch „beliebt“ sei die Lactoseintoleranz, ohne dass es eine ärztliche Diagnose dafür gibt, dass der angeblich Betroffene den Milchzucker nicht verträgt.

„Jede Diät kann zu Einschränkungen der Lebensqualität der Kinder führen“, warnt Dr. Martin Claßen. Eine damit verbundene Mangel- oder Fehlernährung könne sogar die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern langfristig gefährden. Denn: Viele Nährstoffe, auf die Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung besonders angewiesen sind, enthält man ihnen durch unnötige Diäten vor. Zusätzlicher Effekt: Lebensmittel werden von Kindern als mögliche Gefahr wahrgenommen.

Vor allem auf Mikronährstoffe wie Vitamin D, Folsäure, Eisen und Kalzium sollten Eltern bei der Ernährung ihrer Kinder achten, rät Claßen. Kalzium etwa ist wichtig für den Knochenaufbau. Der Bedarf bei Kindern und Jugendlichen ist zudem besonders hoch und sollte laut dem Mediziner vor allem über Milchprodukte abgedeckt werden. Bei selbst diagnostizierter Lactoseintoleranz aber wird genau auf solche Lebensmittel verzichtet. Bekommen Kinder zu wenig von dem Nährstoff, „gibt es akut zwar keine Symptome, dafür steigt das Risiko einer späteren Osteoporose“, erklärt Claßen. Ebenfalls wichtig für den Knochenstoffwechsel ist Vitamin D und darüber hinaus auch für die Entwicklung des Immunsystems.

Einseitige Ernährung durch FODMAP-Diäten

Ein besonderes Problem stellen aus Sicht des Gastroenterologen aktuell die sogenannten FODMAP-Diäten dar. FODMAP ist eine Gruppe umwandelbarer Kohlenhydrate wie Laktose, Fruktose sowie Lebensmittelzusatzstoffe wie Sorbitol, Isomaltit oder Xylit, die in vielen industriell verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen. Diese Kohlenhydrate sind auch in Naturprodukten wie Früchten, Honig, Weizen, Knoblauch, Zwiebeln und Insulin in Gemüsen wie Bohnen, Sojabohnen und Linsen enthalten. Lässt man all das weg, wird die Ernährung schnell einseitig. „Wenn diese Diät, deren Wirksamkeit kaum belegt ist, nicht von Experten begleitet wird, ist die Gefahr einer Mangelernährung sehr groß“, sagt Dr. Martin Claßen.

Aber wie verhält man sich etwa bei häufig auftretenden Bauchschmerzen richtig? „Kinder sollten unbedingt ärztlich untersucht werden“, rät Claßen. Denn es gibt eine Reihe einfacher Untersuchungsverfahren, um den Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit präzise abklären zu können. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt kann man so die beste und verträglichste Therapiemethode und eine passende Ernährung finden und den Prozess überwachen. Sogar mit manch überraschendem Ergebnis. So gibt es sogar Fälle, in denen eine Unverträglichkeit wieder verschwunden ist, nachdem die Ernährung nur vorübergehend umgestellt wurde. „Kindergastroenterologen haben die Fachkenntnisse über Erkrankungen im Bauch“, sagt der Arzt. „Eltern sollten sie bei Problemen für die Gesundheit ihrer Kinder nutzen.“

Dr. Martin Claßen ist Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Links der Weser und der Prof.-Hesse-Kinderklinik am Klinikum Bremen-Mitte. Zudem ist er 1. Vorsitzender der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung.

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