Behandlungsspektrum

Krampfadern / Varikosis

Was ist eine Varikosis

Die Varikosis ist eine Erkrankung der oberflächlichen Adern (= Venen ),  welche in aller Regel die Beine betrifft. Die wichtigsten Gefäße des oberflächlichen Venensystems sind die lange (= V. saphena magna)  und die kurze Stammvene ( = V. saphena parva). Wenn diese Gefäße zu Krampfadern werden, so spricht man von einer Stammvarikosis. Nebenäste können aber auch zu Krampfadern werden, was dann als  Seitastvarikosis beschrieben wird. Diese Unterscheidung ist für die Therapie von wesentlicher Bedeutung.

Abb.1 : Varikosis der langen Stammvene
Varikosis der langen Stammvene
Abb.2  : Varikosis der kurzen Stammvene
Varikosis der kurzen Stammvene


Ursachen

In aller Regel liegt eine angeborene Bindegewebsschwäche vor, welche die Gefäßwand sowie die innenliegenden Venenklappen betrifft und zu einer krankhaften Erweiterung der Adern führt. Krampfandern können allerdings auch als Folge einer tiefen Beinvenenthrombose auftreten, wobei man dann von einer sekundären Varikosis spricht.


Beschwerden

Der Verlust der Gefäßform und eines herzwärts gerichteten Blutflusses führt zu einer Blutstauung, die zunächst nur die Adern betrifft. Diese werden dann sichtbar, wobei insbesondere die Innenseite des Unterschenkels von den Veränderungen betroffen ist. Nach langjährigem Bestehen der Erkrankung überträgt sich die Blutfülle auf das umliegende Unterhautfettgewebe und führt dort zur Schwellung, Hautverfärbungen, Verhärtung der Weichteile und im Spätstadium zu schlechtheilenden Unterschenkelgeschwüren.

Hautjucken, nächtliche Wadenkrämpfe sowie ein Spannungsgefühl stellen häufige Beschwerden dar. Diese werden durch langes Stehen, Hitze und hormonelle Schwankungen typischerweise verstärkt. Eine weitere Komplikation der Varikosis ist die Thrombophlebitis , die eine Venenentzündung innerhalb des Unterhautfettgewebes darstellt. In diesem Fall ist die betroffene Ader verhärtet, druckschmerzhaft und an einem rötlichen Strang an der Haut zu erkennen. In seltenen Fällen kann eine Thrombophlebitis sogar eine tiefe Beinvenenthrombose verursachen.

Diagnostik

Neben einer genauen Erfassung der Beschwerden, führen die körperliche Untersuchung sowie die Ultraschalluntersuchung am oberflächlichen und am tiefen Venensystem in aller Regel zu einer sicheren Diagnose. Damit sind die Ausdehnung sowie der Schweregrad der Erkrankung gut zu erfassen. Nur in bestimmten Fällen, wie z.B. bei immer wiederkehrenden Krampfadern oder nach einer tiefen Beinvenenthrombose sind ergänzende radiologische Untersuchungsverfahren wie MR-Angiographie und selektive Phlebographie erforderlich.


Therapie

Die Notwendigkeit einer Behandlung ergibt sich aus dem Beschwerdebild sowie dem Untersuchungsbefund. Eine  Indikation zur Therapie  ist immer beim Auftreten von Schwellungen, Hautverfärbungen sowie Geschwüren gegeben.

Zu den durchzuführenden konservativen Maßnahmen gehören ein konsequentes Gehen und bei Möglichkeit ein regelmäßiges Schwimmen. Durch die Muskelarbeit einerseits und durch den Wasserdruck andererseits wird ein Abschwellen der betroffenen Extremität unterstützt.
Liegen und laufen sind besser als stehen und sitzen !

Wenn eine arterielle Durchblutungsstörung ausgeschlossen worden ist, dann ist eine Kompressionstherapie mittels Strümpfe der Klasse 2 sinnvoll. Ob ein Unterschenkel- oder ein Oberschenkelstrumpf erforderlich ist muss im Einzelfall bestimmt werden.

Der Wert von Tabletten und Salben, die zur Behandlung von Venenerkrankungen angeboten werden, ist bislang anhand wissenschaftlicher Untersuchungen nicht bewiesen worden.

Zu den invasiven Behandlungen  zählen die Verödung, die endovaskuläre Ablation mittels Laser oder Radiofrequenz sowie die chirurgische Strippingoperation.

Die Verödung oder Sklerosierung der Varizen mit einem alkoholhaltigen Medikament führt zu einem Verschluss des Gefäßes. Durch die Vermischung mit Luft wir die Wirkung verstärkt (= Schaumsklerosierung ). Diese Maßnahme ist anzuraten wenn Seitenäste betroffen sind. Die Therapie kann beliebig wiederholt werden und ist insbesondere bei ästhetischen Problemen sowie bei wiederkehrenden Varizen hilfreich.

Bei den endovaskulären Verfahren ( Radiofrequenz, Laser ) wird über einen kleinen Schnitt eine Sonde innerhalb der erkrankten Ader eingeführt. Diese Prozedur führt zu einer Vernarbung der Ader. Damit bleibt ein narbiger Strang zurück, der sich nicht mehr mit Blut anfüllen kann.

Schematische Darstellung einer Radiofrequenz-Sonde

Schematische Darstellung einer Radiofrequenz-Sonde. Die Sondenspitze ist eingefahren damit diese in die Ader vorgeschoben werden kann. Die Spitze ist freiliegend. Beim Zurückziehen wird die Vene verschlossen.
Die Sondenspitze ist eingefahren damit diese in die Ader vorgeschoben werden kann.
Die Spitze ist freiliegend. Beim Zurückziehen wird die Vene verschlossen.

Vor- und Nachteile

Vorteile der Methode sind:

  • kein Schnitt in der Leiste
  • weniger Blutergüsse
  • kürzere Rekonvaleszenz

Nachteile dieser Methode sind:

  • hohen Kosten
  • Risiko von Nervenschäden
  • bei ausgedehnten Befunden nicht anwendbar
  • wenig Langzeiterfahrung


Chirurgische Strippingoperation

Die chirurgische Strippingoperation wurde in den letzten Jahren derart verfeinert, dass der Eingriff über sehr kleine und kosmetisch ansprechbare Schnitte ausgeführt wird. Ein Vorteil dieser Methode  besteht darin, dass die Stammvene und deren Seitenäste in der Leiste (bzw. in der Kniekehle bei der Operation an der kurzen Stammvene) abgesetzt werden, so dass das Auftreten eines Rezidivs weniger wahrscheinlich ist. Die Stammvene wird dann über eine dünne Sonde von der Leiste bis zur Unterschenkelmitte herausgezogen. Die Ader wird beim Herausziehen  in sich eingestülpt (= Invaginationstechnik, PIN-Stripping), was ein schonenderes Vorgehen im Vergleich zur klassischen Strippingoperation ist. Über nur wenige millimeterlange Hautschnitte werden abschließend die Seitenäste mitentfernt. Durch das minimalinvasive, chirurgische Vorgehen kann der postoperative Komfort erhöht werden ohne dabei auf die Gründlichkeit der Operation verzichten zu müssen. Eine Vollbelastung ist ab sofort möglich. Wir empfehlen das Tragen eines langen Kompressionsstrumpfes tagsüber für insgesamt vier Wochen postoperativ.

Einführen der dünnen Metallsonde in die Stammvene in der Leiste
Einführen der dünnen Metallsonde in die Stammvene in der Leiste
Ausführen der Sonde unterhalb des Knies. Man erkennt die zu entfernende Vene, die umgestülpt ist
Ausführen der Sonde unterhalb des Knies. Man erkennt die zu entfernende Vene, die umgestülpt ist
Entfernen eines Seitenastes mit dem Häkchen
Entfernen eines Seitenastes mit dem Häkchen
 

Venenerhaltende Krampfaderoperation

In unserer Klinik bieten wir weiterhin eine venenerhaltende Krampfaderoperation an. Diese kann in den frühen Stadien der Erkrankung durchgeführt werden, dann nämlich wenn die Venenklappen in der Leiste schon erkrankt sind, aber die lange Stammvene einen maximalen Durchmesser unter 11 mm aufweist. Durch eine von außen angebrachte Manschette wird die Schließfähigkeit der Venenklappen wieder hergestellt (= extraluminale Valvuloplastie ). Durch die Druckentlastung erreicht die Stammvene wieder ein normales Kaliber. Dieses minimalinvasive Verfahren ist insbesondere bei jungen Frauen mit schlanken Beinen angebracht. Darüber hinaus profitieren Menschen mit arteriellen Durchblutungsstörungen davon, weil dann die körpereigenen Adern behalten werden, die zu einem späteren Zeitpunkt für eine Bypass-Operation am Herzen oder an den Beinen verwendet werden können.

Skizze einer Valvuloplastie an der rechten V. saphena magna
Skizze einer Valvuloplastie an der rechten V. saphena magna
Bild einer Valvuloplastie an der rechten V. saphena magna
Bild einer Valvuloplastie an der rechten V. saphena magna

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