Innere Medizin I

Funktionsdiagnostik

Ösophagusmanometrie (ÖM)

Was bedeutet das?

Anhand einer Druckmessung in der Speiseröhre werden die Funktionen des unteren Speiseröhrenschließmuskels am Mageneingang und der Schluckmuskulatur überprüft. Sie sollte sinnvollerweise durchgeführt werden bei Sodbrennen und Schluckstörungen, aber auch unklaren Fällen von asthmatischen Beschwerden und Kehlkopfentzündungen als Vorbereitung für eine pH-Metrie.

Für die Ösophagusmanometrie muss der Patient vorher lediglich 6 Stunden nüchtern bleiben. Eine örtliche oder allgemeine Betäubung ist nicht erforderlich. Bei der Untersuchung wird ein nur 2 mm dicker flexibler Messkatheter durch die Nase oder selten den Mund bis in den Magen eingeführt, was in aller Regel durch gleichzeitiges Trinken gut vertragen wird.

Unter kontinuierlicher Registrierung und PC-gestützter Speicherung des Drucks in allen Abschnitten der Speiseröhre wird die Sonde anschließend zentimeterweise zurückgezogen. Zu bestimmten Zeitpunkten sind Wasserschlucke oder tiefe Atemzüge nötig. Anhand der aufgezeichneten Kurvenverläufe und nachfolgender PC-gestützter Analysen können Rückschlüsse auf die Funktionsweise der Speiseröhre gezogen werden. Beispielsweise kann festgestellt werden, ob der untere Schließmuskel einen erniedrigten (Sphinkterinsuffizienz) oder erhöhten Druck (z. B. bei Achalasie) aufweist. Zum anderen können permanente oder vorübergehende Schluckstörungen festgestellt werden. Die Untersuchung dauert etwa 30-45 Minuten, anschließend kann der Patient wieder normal essen und trinken.

Eisenresorptionstest

Mit dem Eisenresorptionstest wird untersucht, ob der Dünndarm in der Lage ist, ausreichend das in der Nahrung enthaltene Eisen aufzunehmen. Dieser Test ist sinnvoll durchzuführen, wenn ein Eisenmangel im Blut festgestellt wurde und dieser möglicherweise durch eine Eisenverwertungsstörung des Darms verursacht wird. Häufiger ist jedoch ein Eisenmangel als Folge von Blutverlust.

Praktisch wird der Test wie folgt durchgeführt: Nach einer Nüchternfrist von 12 Stunden wird eine Blutentnahme zur Bestimmung des Nüchtern-Eisenspiegels vorgenommen. Anschließend werden 200 mg Eisen in Form einer Tablette mit einem Schluck Wasser eingenommen. Jeweils 2 und 4 Stunden später erfolgt eine Blutentnahme.

Liegt ein niedriger Eisenwert vor und kommt es nach der Eiseneinnahme zu einem starken Anstieg des Eisenwertes im Blut, liegt ein entsprechender Mangel vor, aber die Aufnahmeleistung des Darmes ist intakt.

Bleibt ein Anstieg der Eisenwerte nach Einnahme der Eisentablette aber aus, so liegt eine Resorptionsstörung vor, d. h. der Darm kann das zugeführte Eisen nicht aufnehmen.

Oraler Glukosetoleranz-Test (OGTT)

Der OGTT dient zum Nachweis oder Ausschluss eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Dabei werden nach einer nüchternen Blutzuckerbestimmung 75 g Glukose in 200 ml Wasser getrunken und zwei Stunden später wiederum der Blutzucker (BZ) gemessen. Beträgt der Wert ≥ 200 mg/100 ml, liegt ein Diabetes mellitus vor. Fortan wäre eine kombinierte Behandlung mit Einhaltung einer häufig zu ändernden Lebensweise (Gewichtsreduktion, Steigerung der Bewegung etc.), Diät und ggf. Medikamenteneinnahme notwendig.

Videokapselendoskopie (VKE)

Bei der Videokapselendoskopie wird eine Einheit aus Lichtquelle, Videokamera und Sender in Form und Größe einer Medikamentenkapsel mit einem Schluck Wasser verschluckt. Zuvor werden 8 flache Antennen in einer bestimmten Anordnung auf den Bauch geklebt, wie es den meisten Patienten von einem EKG bekannt ist. Die Kamera sendet über 10-12 Stunden kontinuierlich hochauflösende Fotografien vom Magen-Darm-Trakt an einen tragbaren Rekorder, die nach der Rückgabe des Gerätes als digitaler Videofilm an einem Computer ausgewertet werden können.

Bei der Kapsel handelt es sich um einen Einmalartikel, der auf natürlichem Wege ausgeschieden wird. Dieses Verfahren dient insbesondere der Beurteilung der Dünndarmschleimhaut, insbesondere bei dem Verdacht auf eine dort lokalisierte Blutung. Es stellt keinen Ersatz für eine Krebsvorsorge-Koloskopie (Darmspiegelung) oder Magenspiegelung dar.

Langzeit-pH-Metrie (pHM)

Was wird dabei gemacht?

Eventuell eingenommene Medikamente zur Magensäure-Behandlung müssen mindestens 14 Tage vorher abgesetzt werden.

Nach Durchführung der Ösophagusmanometrie wird durch ein Nasenloch eine nur 1,2 mm dicke pH-Messsonde eingeführt und an definierten Lokalisationen der Speiseröhre so platziert, dass die pH-Werte in Magen und Speiseröhre simultan über etwa 24 Stunden gemessen sowie auf einem kleinen tragbaren Digitalrekorder aufgezeichnet werden können.

Während dieser Registrierungszeit sollen die Patienten in gewohnter Weise Essen und Trinken, Liegen/Schlafen sowie leichte Alltagstätigkeiten durchführen. Diese Aktivitäten und mögliche Beschwerden müssen in einem entsprechenden Protokoll notiert werden, um sie bei der anschließenden Auswertung der pH-Werte zu berücksichtigen und auf die Messergebnisse beziehen zu können.

Anhand der Auswertung dieser Daten kann festgestellt werden, ob saurer Reflux (Rückfluss von saurem Mageninhalt) und damit eine sog. Gastroösophageale Refluxerkrankung (GERD) besteht oder nicht. Das Ausmaß der GERD und Symptomatik ist ein entscheidender Faktor, um eine therapeutische Empfehlung (medikamentöse oder chirurgische Therapie) auszusprechen.

Analmanometrie (AM)

Wozu dient diese Untersuchung?

Mit der Analmanometrie (Druckmessung im Enddarm) wird die Funktionsweise des Schließmuskels des Enddarms geprüft. Diese Untersuchung ist z. B. bei Stuhlinkontinenz oder dauerhafter Obstipation (Verstopfung) indiziert. Zu diesem Zweck wird ein spezieller Messkatheter rektal eingeführt.

In dem Untersuchungsgang werden neben der Vermessung der Analkanallänge als Merkmale der Funktion der Ruhe- und Kneifdruck sowie der rektoanale Inhibitionsreflex (RAI) gemessen. Letzteres erfasst die reflektorische Erschlaffung des Schließmuskels bei Dehnung im Enddarm.

Darüber hinaus können je nach Fragestellung zusätzliche Messungen durchgeführt werden, wie beispielsweise die Prüfung der Sensorik (Wahrnehmung von Dehnungszuständen in der Rektumampulle) und der Stuhlentleerung.
Bei der Bestätigung einer Stuhlinkontinenz kann eine Behandlung mittels Biofeedback-Verfahren eingeleitet werden mit dem Ziel der Verbesserung der Schließmuskelfunktion.

Atemtests

H2-Atemtests mit Laktose, Fruktose, Sorbit

Diese auch als H2-Exhalationstests bezeichneten Atemtests werden u. a. zur Feststellung einer Zucker-(bzw. Kohlenhydrat-)Unverträglichkeit (sog. Intoleranz) als mögliche Ursache von Blähungen, Durchfällen und Bauchschmerzen durchgeführt. Darüber hinaus kann mit Glukose/Laktulose das Vorhandensein einer bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms (z. B. nach einer darmverkürzenden Operation oder auf dem Boden einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung) überprüft werden. Mit der Verwendung von Xylose kann die allgemeine Resorptionsleistung des oberen Dünndarms erfasst werden, mit Laktulose wird die Passagezeit der Substanz vom Mund bis zum Anfang des Dickdarms (Coecum) gemessen.

Es kann immer nur ein Test pro Tag durchgeführt werden, damit die Aussagekraft gewährleistet wird. Sollte es medizinisch sinnvoll sein, bei Ihnen auf mehrere Unverträglichkeiten zu untersuchen, müssen wir Sie deshalb an mehreren Tagen (nicht zwingend aufeinanderfolgend) ambulant einbestellen.
Besonders freuen wir uns auf den Besuch unserer kleinen Patienten und haben deshalb Möglichkeiten zum Spielen und Malen eingerichtet.

Das Prinzip dieser Tests beruht auf der Bildung von Wasserstoff (H2) durch bakterielle Verstoffwechselung eines zugeführten Zuckers.

Normalerweise wird der zugeführte Zucker durch Enzyme im Dünndarm gespalten und resorbiert. Dabei entstehen nur geringe Mengen Wasserstoff, die in den Körper aufgenommen, dann abgeatmet und in der Ausatemluft gemessen werden können.

Beim Vorliegen einer Malabsorption (Verwertungsstörung) des verabreichten Zuckers gelangt dieser unverdaut in den Dickdarm und wird von den dort physiologisch vorhandenen Darmbakterien so verstoffwechselt, dass u. a. Wasserstoff (H2) im Kolon in größerer Menge entsteht. Dieser wird rasch absorbiert und über die Lunge abgeatmet.

Bei den Vorbereitungen ist zu bedenken, dass in den 4 Tagen vor den Tests keine darmreinigende Vorbereitung für eine Darmspiegelung (Koloskopie), Antibiotika-Einnahmen und kein Genuss von Hülsenfrüchten erlaubt sind. Mindestens 12 Stunden vor und während der Untersuchung muss der Patient nüchtern sein, darf weder rauchen noch die Zähne putzen sowie Kaugummi kauen, da all diese Einflüsse das Ergebnis der Untersuchung verfälschen können.

Während der Durchführung braucht der Patient nach Einnahme des Substrates lediglich in Zeitabständen von 20-30 Minuten wiederholt eine Atemprobe in ein handliches Messgerät abzugeben, das den gemessenen Wert des H2-Anteils in der Ausatemluft misst und unmittelbar danach anzeigt.

Zu Beginn der Untersuchung wird zunächst ein Nüchternwert bestimmt. Liegt dieser mindestens <20ppm, besser <10ppm, erfolgt die orale Verabreichung einer standardisierten Zuckermenge (Laktose, Fruktose, Sorbit etc.). Die ausgeatmete Luft wird gesammelt und ausgewertet. Steigt der Messwert dabei um mehr als 20ppm während des Tests an, handelt es sich um ein pathologisches Ergebnis. Die entsprechende Auswertung wird zeitnah vom zuständigen Oberarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie vorgenommen, im Regelfall mit Ihnen vor Ort besprochen und als schriftlicher Befundbericht dem zuweisenden Arzt mitgeteilt.

H2-Atemtests mit Glukose oder Laktulose

Nach dem oben geschilderten Prinzip kann anhand der oralen Einnahme dieser Testzucker eine bakterielle Fehlbesiedelung des normalerweise sterilen Dünndarms untersucht werden. Wenn unphysiologischerweise Bakterien in Dünndarm angesiedelt sind, verwerten diese die konsumierte Glukose oder Laktulose, und es kommt zu einem frühen H2-Anstieg. Mit Laktulose kann die Passagezeit vom Mund bis ins Zoekum (Anfangsteil des Dickdarms) gemessen werden.

H2-Atemtests mit Xylose

Ebenfalls durch das oben beschriebene Prinzip kann nach der oralen Einnahme von 2g Xylose von einem anschließenden H2-Anstieg in der Ausatemluft orientierend auf die allgemeine Resorptionsleistung des proximalen (oberen) Dünndarms geschlossen werden. Diese Leistung kann z. B. durch bestimmte chronische Erkrankungen oder vorherige Operationen des Dünndarms eingeschränkt sein.

13C-Harnstoff-Atemtest

Diese Untersuchung dient zur Feststellung einer möglichen Helicobacter pylori-Besiedelung der Magenschleimhaut. Das Bakterium Helicobacter pylori (H.p.) besiedelt bei vielen Menschen zumeist seit Kinder- oder Jugendzeit die Magenschleimhaut und kann unter bestimmten Bedingungen zu Entzündungen, Schleimhautgeschwüren von Magen und Zwölffingerdarm oder anderen Erkrankungen führen.

Dieser Test wird u. a. benutzt, um z. B. den Erfolg einer vorherigen Antibiotikatherapie zur Entfernung (Eradikation) des H.p. zu überprüfen. Dafür braucht der Patient nur je eine Atemprobe nach 12 Stunden Nüchternsein und nach der Einnahme von markiertem Harnstoff abzugeben. Die Analytik wird dann in einem Labor vorgenommen. Das Ergebnis wird Ihnen und Ihrem Hausarzt einige Tage später schriftlich mitgeteilt.

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