Das kostenlose Angebot können alle niedergelassenen und in der Klinik tätigen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen nutzen. Das Beratungstelefon ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9.00 Uhr bis 15:00 Uhr besetzt. Tel.: 0421 / 497 - 5400

Bei Vergiftungsfällen wenden Sie sich bitte direkt an die Giftnotrufzentrale (Tel. 0551 / 19 240).

Bitte beachten Sie, dass wir keine Patientenberatung anbieten. Sie können sich an die Unabhängige Patientenberatung Bremen (Tel. 0421/3477374) wenden.

Pro Jahr erreichen uns über 1500 Anfragen, die folgende Bereiche betreffen:

  • allgemeine Informationen zum Wirkstoff (Dosierung, Pharmakokinetik, Pharmakodynamik)
  • therapeutischer Stellenwert eines Therapieprinzips
  • individuelle Therapieprobleme
  • Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  • Wechselwirkungen und Pharmakogenetik
  • Medikation in Schwangerschaft und Stillzeit


Ziel unserer Beratungstätigkeit ist die Bereitstellung best-verfügbarer Evidenz. Für diese Arbeit stehen uns neben den frei zugänglichen Datenbanken das große eigene Beratungsarchiv und unsere Datenbank für Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die Datenbank der Cochrane Collaboration, Online-Zugänge zu Fachzeitschriften, den Fachinformationen aller in Deutschland zugelassenen Arzneimittel und die US-amerikanische "drugdex"-Datenbank sowie Fachbücher zur Verfügung.

Alle in der Telefonberatung tätigen Mitarbeiter sind Fachärzte oder Ärzte mit langjähriger Berufserfahrung. Als Qualitätskontrolle werden die Beratungsfälle regelmäßig im Team vorgestellt und besprochen.

Anfragen werden am selben Tag beantwortet. Ist eine ausführliche Recherche notwendig, beträgt die Bearbeitungszeit 1 - 3 Tage.

 


Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Nebenwirkungen sind unerwünschte Begleiterscheinungen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch eines Arzneimittels auftreten. Sie treten bei etwa 5% aller Arzneimittelanwendungen auf. Besonders gefährdet sind ältere, multimorbide Menschen sowie Kinder, bei denen 3-6% der Krankenhausaufnahmen durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen verursacht werden.

Die Anzahl tödlich verlaufender Nebenwirkungen ist schwierig zu abzuschätzen, da häufig die zugrunde liegenden Krankheiten eine wesentliche Rolle spielen. Dennoch wird angenommen, dass in Deutschland jährlich bis zu 16.000 arzneimittelbedingte Todesfälle auftreten. Diese Zahl ist alarmierend, da sich mehr als ein Drittel davon vermeiden ließe, wenn das Nebenwirkungsspektrum und die Interaktionsmöglichkeiten berücksichtigt würden.

Nebenwirkungen spielen bei der Nutzenbewertung eines Arzneimittels eine wichtige Rolle. In den Zulassungsstudien können diese jedoch nur bedingt überprüft werden, da diese Studien nicht dden normalen Alltag widerspiegeln. Daher sind auch nach der Zulassung Überwachungsstrategien erforderlich, die die Sicherheit insbesondere neuer Wirkstoffe erhöhen. Hierzu zählen beispielsweise Anwendungsbeobachtungen (Phase IV-Studien) und Spontanmeldesysteme.

Intensivierte Spontanerfassung

Wir erfassen zusammen mit dem Melder die UAW und bereiten sie auf. Somit vereinfachen wir für den Melder die Erfassung und unterstützen ihn zusätzlich durch individuelle Beratung. Aus Sicht der Meldebehörden verbessern wir die Qualität der Meldung. Als letzter Schritt erfolgt eine Weiterleitung an die zuständigen Institutionen. Diese sind - via Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) - das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und Sera (PEI). Diese Bundesoberbehörden leiten ihrerseits die Informationen an die weltweite Datenbank der WHO in Uppsala weiter.

Hilfe bei der UAW-Meldung

Die Formblätter zur Meldung unerwünschter Arzneimittelwirkungen liegen als PDF-Datei zum Herunterladen vor. Für die Meldung von Impfkomplikationen kann der Vordruck des Paul-Ehrlich Institutes, für die Meldung von unerwünschten Wirkungen nach Anwendung anderer Arzneistoffe kann der Vordruck der AKdÄ verwendet werden.
Der Bericht kann am Computer erstellt und der Ausdruch an uns gefaxt werden. Mit dem Symbol der kleinen Hand (Funktionsleiste Acrobat-Reader) wird das Dokument ausgefüllt. Die Tabulatortaste ermöglicht Bewegungen innerhalb des Dokuments. Gerne bereiten wir für Sie auch den Meldebogen nach telefonischer Meldung soweit wie möglich vor. Bei Vorhandensein von ärztlichen Berichten können diese mit zusätzlichen Angaben über Dosierung, Einnahmezeitraum, Applikationsart und Zeitpunkt des UAW-Auftretens an uns geleitet werden, so dass wir das Ausfüllen des UAW-Dokuments übernehmen.
Alle Berichte über unerwünschte Wirkungen werden von uns dann an die entsprechenden Institutionen weitergeleitet.

Sollten Sie eine unerwünschte Arzneimittelwirkung beobachten, vermuten, mit Fachleuten besprechen oder melden wollen, können Sie sich gerne direkt an uns wenden.
Sie erreichen uns unter:
Telefon 0421 / 497-5400
Fax 0421 / 497-3326

Ausgewählte Fälle

Im Folgenden finden Sie einige interessante Fälle aus unserer täglichen Praxis:

 

Eine 18jährige Frau entwickelte drei Tage nach der zweiten HPV-Impfung mit Gardasil® ein Miller-Fisher-Syndrom mit inkompletter Ophthalmoplegie und Mydriasis bds., Ptose links und transienter Areflexie.  Zwei Monate später sind Ophthalmoplegie und Pupillenstörung rückläufig, es besteht eine residualer Parese der externen Augenmuskeln.

Plötzliche, im Verlauf von 24 Stunden, auftretende hochgradige Einschränkung des Geruchs- und Geschmackssinnes.

Ischämischer Insult und Krampfanfall unter Cytarabin und Tioguanin bei AML (in Remission)

Die AML-Patientin ist unter Cytarabin (systemisch) und Tioguanin in Remission. Jetzt erfolgt stationäre Aufnahme wegen eines Erereignisses eines zerebralene Kranpfanfalles. Im MRT Hinweise auf rezidivierende ischämische Ereignisse, keinen Hinweis auf Meningeosis oder anderen Fokus als Krampfauslöser.

Ein achtjähriges Mädchen mit Asthma bronchiale nahm morgens letzmalig 10ml Clenbuterol/Ambroxol- Saft (Spasmo- Mucosolvan®) ein, dann mittags 1 Sprühstoß Salbutamol DA (entspr. 0,12 mg Salbutamolsulfat). Am Folgetag seien  jeweils 4 Stunden nach dem insgesamt 5. und 6. Sprühstoß Unruhe, Zittern und "Beinschmerzen" aufgetreten.
Verdacht auf Unerwünschte Arzneimittelwirkung.

Beratungsfälle

Hier finden Sie interessante Beratungsfälle aus unserer täglichen Praxis.
Bitte beachten Sie, daß es sich um die Zusammenfassung einer komplexen Beratung nach ausführlicher Besprechung mit dem behandelnen Arzt handelt. Die Empfehlungen sind somit nur eingeschränkt zu verallgemeinern und dürfen keinesfalls ungeprüft zur Therapie von Patienten verwendet werden.

 

34jähriger Mann mit jetzt diagn. dil. Kardiomyopathie mit mittelgradiger syst. Funktionseinschränkung (EF 35%), TAA bei VHF, Thromben im li. Vorhofohr, Adipositas (180 cm, 130 kg), Nikotin- und C2-Abusus. Aus KH mit folgender Medikation entlassen: Ramipril, Metoprolol, HCT, Eplerenon.

Ein Patient nimmt wegen Art. Hypertonus und KHK u.A. Bisoprolol ein. Wegen eines essentiellen Tremors wurde jetzt vom neurologen Propranolol verordnet. Ist diese Komedikation sinnvoll ?

Patientin *1956, sonst gesund, seit 3 Tagen hohes Fieber. Heute Laborergebnis: Influenza positiv. Behandlung mit Oseltamivir (Tamifu®) noch nützlich? Antibiotikatherapie mit Amoxicillin-Clavulansre. absetzten?


65jährige Frau mit CREST (Calcinosis cutis, Raynaud-Syndrom, Ösophagusbeteiligung, Sklerodaktylie, Teleangiektasien) (isolierte Perfusionsstörung der großen Zehen, minimale Verkalkung der großen Gefäße), leichter Hypertonie (mit Nitrendipin gut eingestellt), Hyperlipoproteinämie (Simvastatin 20 mg/d) und Z.n. reanimationspflichtiger Lungenembolie 1999 ( 2 Wochen nach Tibiakopf-Fraktur, zu Hause, unter Heparinisierung) und seitdem konsekutiver Phenprocoumon-Behandlung. Kardiologe empfiehlt eher Amlodipin ("praktikabler"), Rheumatologe eher Nifedipin ("wg. geringerer vasodilatatorischer NW", außerdem bei Zunahme der Perfusionsstörung Alprostadil (Prostavasin®)). Pat. hat frühere Behandlung mit Pentoxyfyllin (Pentoxy®) wg. Schwindel abbrechen müssen.

Russ. Patientin mit art. Hypertonus nimmt ARIFON. Deutsches Äquivalent?  

Patientin mit RA und Asthma bronchiale. Stabil unter Cortison. Nun lt. Rheumatologe Leflunomid (Arava®) statt Cortison (Decortin 15mg) geplant. MTX vorher nicht vertragen. Datenlage?

Notfall

Unsere Notfallaufnahmen:

Klinikum Bremen-Mitte

(0421) 497-77840


Notfallambulanz in der Kinderklinik
(0421) 497-71005 (Empfang)

Klinikum Bremen-Nord

(0421) 6606-1443


Notfallambulanz in der Kinderklinik
(0421) 6606-1371

Klinikum Bremen-Ost

(0421) 408-1291

Klinikum Links der Weser

(0421) 879-1206


 

Im Notfall
Giftnotruf Niedersachsen/Bremen
 0551 19240

Ärztlicher Bereitschaftsdienst
 116117
Die Bereitschaftsdienste der Kassenärztlichen Vereinigung sind über die bundesweite Rufnummer 116 117 zu erreichen. Der Bereitschaftsdienst stellt sicher, dass Patienten außerhalb der üblichen Praxis-Sprechstundenzeiten ärztlich versorgt werden, abends, an den Wochenenden und an Feiertagen

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