
Gastroschisis
Die Gastroschisis ist eine seltene angeborene Fehlbildung der Bauchwand, bei der sich seitlich neben dem Bauchnabel eine Öffnung befindet. Durch diese treten Teile des Darms – gelegentlich auch weitere Bauchorgane – ungeschützt nach außen. Im Gegensatz zur Omphalozele sind die Organe nicht von einer schützenden Membran umhüllt.
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Vermutet wird eine Durchblutungsstörung in der frühen Schwangerschaft, die zu einem unvollständigen Verschluss der Bauchwand führt. Die Fehlbildung kann meist bereits vor der Geburt im Ultraschall erkannt werden, sodass eine frühzeitige Anbindung an ein spezialisiertes Zentrum erfolgt.
Das Neugeborene wird unmittelbar nach der Geburt medizinisch versorgt, um den Darm zu schützen und Infektionen zu vermeiden. Die Rückverlagerung der Organe in den Bauchraum erfolgt operativ – entweder unmittelbar oder schrittweise auf der Intensivstation je nach vorliegendem Schweregrad. Da der Darm während der Schwangerschaft dem Fruchtwasser ungeschützt ausgesetzt war, kann er gereizt oder entzündet sein, was den Nahrungsaufbau verzögern kann. In der Regel ist daher mit einem mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt zu rechnen.
Während der gesamten Behandlung sind die Eltern eng eingebunden und bei ihrem Kind. Nach der intensivmedizinischen Phase erfolgt die Betreuung, wenn möglich, im gemeinsamen Rooming-in-Zimmer.
Dank moderner Therapieverfahren ist die Prognose insgesamt sehr gut. Dennoch können vorübergehende oder wiederkehrende Verdauungsprobleme auftreten, weshalb eine strukturierte Nachsorge wichtig ist und bei uns durchgeführt wird.
Omphalozele
Die Omphalozele ist eine angeborene Fehlbildung der Bauchwand, bei der Bauchorgane – meist der Darm, gelegentlich auch die Leber – außerhalb des Bauchraums liegen, jedoch von einer dünnen Membran umhüllt sind. Die Öffnung befindet sich zentral im Bereich des Bauchnabels und entsteht durch einen unvollständigen Verschluss der Bauchwand während der Embryonalentwicklung.
Die genaue Ursache ist nicht bekannt, aber man vermutet eine Störung in der Embryonalentwicklung. Die Omphalozele tritt häufig zusammen mit anderen Fehlbildungen auf, z. B. Herzfehlern oder genetischen Syndromen wie Trisomie 18 oder 13.
Die Omphalozele wird häufig schon vor der Geburt durch eine Ultraschalluntersuchung erkannt. Nach der Geburt ist sie aufgrund der sichtbaren Organe eindeutig diagnostizierbar.
Direkt nach der Geburt wird das Baby medizinisch versorgt, um die Organe zu schützen und Infektionen zu vermeiden. Die Behandlung hängt von der Größe der Omphalozele ab: Kleine Omphalozelen können häufig direkt operativ versorgt werden. Bei großen Defekten ist ein schrittweises Vorgehen notwendig, um die Bauchhöhle langsam an das Volumen der Organe anzupassen.
Die Prognose hängt vom Ausmaß der Fehlbildung und von Begleiterkrankungen ab. Viele Kinder entwickeln sich nach der Behandlung gut, benötigen jedoch häufig eine langfristige medizinische Betreuung.
Ihr Ansprechpartner zum Thema Bauchwanddefekte
Dr. Daniel Eismann
Facharzt für Kinderchirurgie
Fellow of the European Board of Pediatric Surgery (FEBPS)
daniel.eismann@klinikum-bremen-mitte.de




















