Mit dem Po voraus

Zwillinge und Beckenendlage – im Normalfall bedeutet das eine Kaiserschnitt-Geburt. Sam Lia und Zora Kami sind im Klinikum Bremen-Nord dennoch auf natürlichem Weg zur Welt gekommen

 

Die Nachricht, dass sie Zwillinge bekommen würden, war für Cosima Jäkel und ihren Mann Benni Brase eigentlich schon aufregend genug. Als im Oktober dann die Geburt der beiden Töchter näher rückte, bahnte sich auch gleich noch eine zweite Besonderheit an: Beide Kinder lagen im Bauch der Mutter nicht mit dem Kopf sondern mit dem Po voraus in Richtung Muttermund – eine doppelte Beckenendlage. Und die bedeutet fast immer eine Geburt per Kaiserschnitt. Im Klinikum Bremen-Nord konnten Sam Lia und Zora Kami aber dennoch auf natürlich Weise zur Welt kommen.

„Für uns war eigentlich immer klar, dass die beiden auf natürlichem Weg auf die Welt kommen sollten. Und plötzlich mussten wir uns doch mit einem möglichen Kaiserschnitt auseinandersetzen“, sagt Cosima Jäkel. Denn: „Die Leitlinien-Empfehlung geht bei doppelter Beckenendlage zu einem Kaiserschnitt – das war auch hier der Fall“, sagt Dr. Remy Malo, Leitender Oberarzt am Klinikum Bremen-Nord. Allerdings kamen hier noch zwei weitere Faktoren zusammen: Einmal der unbedingte Wunsch der Familie nach einer natürlichen Geburt, und zudem die überaus günstigen Voraussetzungen bei der Mutter und den ungeborenen Zwillingen, wie es Malo beschreibt. „Das war für uns eine sehr außergewöhnliche Situation – und ein absoluter Ausnahmefall“, so der Oberarzt.

Bei solch einer Geburt kommt es auf etliche Faktoren an: Haben sich die Kinder gleich gut entwickelt? Wie ist der Gesundheitszustand bei der Mutter? Gab es Vorerkrankungen? Ist es die erste Geburt? All das und viele weitere Faktoren spielen im Vorfeld eine Rolle. „Man kann eine bevorstehende Geburt nie pauschal bewerten, sondern wir schauen uns immer die individuelle Situation an“, sagt Malo. Die Eltern würden dann genau über Risiken und Möglichkeiten aufgeklärt, es komme letztlich aber auch auf den Wunsch der Eltern an, der nie außer Acht gelassen werde.

Beckenendlage-Team im Klinikverbund

In den Geburtskliniken der Gesundheit Nord im Klinikum Bremen-Nord und im Klinikum Links der Weser legen die Klinikteams generell großen Wert auf die natürliche Geburt. Beide Kliniken sind Mitglied im ‚Bremer Bündnis natürliche Geburt‘. Zudem gibt es am Klinikum Links der Weser in Kooperation mit dem Klinikum Bremen-Nord ein Beckenendlage-Team, das die Möglichkeiten einer natürlichen Geburt genau im Blick hat – die Sicherheit für Mutter und Kind aber immer an die erste Stelle stellt.

In den beiden Kliniken kommen jährlich etwa 5.000 Kinder zur Welt. Die Sectiorate (Kaiserschnittrate) liegt über alle Geburten gesehen ungefähr bei 30 Prozent. Liegt das Kind in Beckenendlage (das ist bei etwa 3 von 100 Geburten der Fall) ist eine natürliche Geburt in mehr als 50 Prozent der Fälle trotzdem möglich. Die Beckenendlage macht einen nötigen Kaiserschnitt also wahrscheinlicher, die unbedingte medizinische Notwendigkeit dafür gibt es bei Einlingsgeburten in den meisten Fällen aber mittlerweile nicht mehr. „Die Studien zeigen, dass es bei guten Voraussetzungen auf längere Sicht keinen Vorteil durch einen Kaiserschnitt gibt“, sagt Malo. Heißt: Das Kind müsste sich bei der natürlichen Geburt natürlich mehr anstrengen. Langfristig entwickelten sich die Kinder aber gleich gut.

Beckenendlage bei Zwillingen häufiger

Bei Mehrlingsgeburten – wie im Fall der Jäkels – ist die Beckenendlage dagegen weitaus häufiger. Hier liegt in etwa 35 Prozent der Schwangerschaften eines der Kinder zur Geburt mit dem Kopf nach oben, in zehn Prozent der Fälle sind es sogar beide Kinder. „Wendungsversuche sind vor der Geburt nur schwer möglich. Aber wenn das Kind, das zuerst auf die Welt kommt, richtig herum liegt, ist eine natürliche Geburt schon sehr viel wahrscheinlicher möglich“, sagt Malo.

Doch weder Sam Lia noch Zora Kami hatten rechtzeitig in die richtige Position gedreht. Die Geburt habe sich für Cosima Jäkel – so beschreibt sie es – aber gar nicht so viel anders angefühlt als die erste Geburt ihrer Tochter Ida Linea wenige Jahre zuvor. „Mit dem kleinen Unterschied eben, dass die beiden nun mit dem Po zuerst da waren“, sagt Cosima Jäkel lächelnd. Doch in erster Linie war sie froh, dass sie die Geburt selbst miterleben konnte – und die Zwillinge vor allem gesund zur Welt gekommen sind. Mittlerweile hat sich die Familie schon gut in ihrem neuen Leben zu fünft zurecht gefunden. Tochter Ida Linea geht laut der Mutter bereits voll in ihrer neuen Rolle als große Schwester auf. Sam Lia und Zora Kami haben sich bisher als überaus entspannte Babys entpuppt. Und für Cosima Jäkel selbst ist das Zwillingsgefühl auch kein völlig unbekanntes. „Ich bin damals ja selbst als Zwilling auf die Welt gekommen.“

Kurz erklärt: Warum ist eine Beckenendlage überhaupt eine Komplikation?

Der Kopf und die Arme können im Geburtskanal gewissermaßen steckenbleiben, während der Rest des Körpers bereits draußen ist. Beim Kind kann es so zu einem Sauerstoffabfall oder auch Verletzungen des Nervensystems kommen. „Das haben wir immer sehr genau im Blick – um im Notfall eingreifen zu können und das Kind nicht zu gefährden“, sagt Dr. Remy Malo.

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