Reinhold Peters ist sichtlich beeindruckt von der Arbeit, die auf der Palliativ-Station geleistet wird. Ihm gefällt vor allem die wertschätzende, offene und freundliche Kommunikation auf der Station. „Patientinnen und Patienten werden hier so fürsorglich und liebevoll umsorgt“, sagt er, man könne förmlich sehen, wie sie die Angst verlieren und sich zunehmend wohler fühlten. Peters kann sich sogar vorstellen, als Ehrenamtlicher wieder zu kommen und weiter mit dabei zu sein. Und das kann ich sich auch Volkert Carstensen, stellvertretender Stationspflegeleiter auf der Palliativ-Station, gut vorstellen: „Für uns ist es auch spannend, Menschen im Team zu haben, die aus ganz anderen Bereichen kommen und einen ganz anderen Blick haben. Da können beide Seiten profitieren“, sagt er. Deshalb sei die Palliativstation gerne beim Seitenwechsler-Projekt dabei. Einmal im Jahr ist dann für eine Woche ein Hospitant aus einem Wirtschaftsunternehmen auf der Station zu Gast. Um sich kennenzulernen, gibt es vor dem Praktikum ein so genanntes Marktplatztreffen. Dort stellen sich die Einrichtungen und die künftigen Seitenwechsler gegenseitig vor. Beim letzten Treffen war auch Reinhold Peters dabei und hat sich nach einem kurzen Gespräch für die Palliativstation entschieden. Sein Arbeitgeber hatte ihn wie auch andere Kolleginnen und Kollegen ermutigt, mal die eigene Komfortzone zu verlassen und ganz neue Erfahrungen zu sammeln.
Für eine Woche Palliativ-Pfleger

Der 59- Jährige, der im „wahren Leben“ für den technischen Einkauf zuständig ist, kam dennoch nicht ganz unvorbereitet auf die Palliativ-Station. „Ich habe schon persönliche Erfahrung mit der Begleitung Schwerstkranker und dem Abschiednehmen“, erzählt er. Seinen zwei Schwestern und seinen Eltern hat er bis zum Ende beigestanden. „Nichts von dem, was mir hier begegnet ist, war mir ganz und gar fremd“, so Peters. Er könne mit diesen Erlebnissen umgehen. „Ich bin nicht abgestumpft durch das, was ich erleben musste, aber ich bin realistisch geworden“ – so fasst er seinen Umgang damit zusammen. Aber dennoch war die Art der Arbeit für Peters völlig neu. Er hat beim Waschen, Lagern und bei vielen anderen pflegerischen Maßnahmen assistiert, hat Medikamente und Essen verteilt, sich mit vielen Patientinnen und Patienten unterhalten, hat Früh-, Spät- und Nachtdienste übernommen. „Das war sehr eindrucksvoll und diese Erfahrung möchte ich nicht missen“, sagt er. Das Team sei toll, habe ihn überall eingebunden und herzlich aufgenommen. Und ganz besonders die wertschätzenden Kommunikation ist es, die Reinhold Peters mitnimmt aus dieser Woche auf der Palliativstation: „Da können wir in unseren Bereich noch lernen.“









