Claudia Spöler hat in ihrer fast 25-jährigen ärztlichen Laufbahn schon den ein oder anderen Jobstart hinter sich, aber diesen am Klinikum Bremen-Ost wird sie wohl nicht vergessen. Statt zum 1. Februar die chefärztliche Leitung der dortigen Notaufnahme und des Aufnahmezentrums zu übernehmen, landete die erfahrene Notärztin wenige Wochen zuvor selbst als Patientin in der Notaufnahme – bei den Kolleginnen und Kollegen des Klinikums Bremen-Mitte. Sie hatte nur kurz etwas einkaufen wollen und stürzte bei Glatteis. Dabei zog sie sich eine komplizierte Fraktur zu. „Statt meinem neuen Team als Chefärztin zu begegnen, habe ich so erst einmal die ebenfalls sehr netten Kollegen im Klinikum Bremen-Mitte als Patientin kennengelernt“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Inzwischen schaut Claudia Spöler mit viel Energie in die Zukunft und übernimmt die neue Aufgabe als Chefärztin der Zentralen Notaufnahme mit Freude.
Endlich zurück im Team der Gesundheit Nord zu sein, „Das fühlt sich an wie nach Hause zu kommen“, sagt sie. In Bremen war Claudia Spöler nämlich schon mal im Einsatz: als Assistenzärztin in der Anästhesie des Klinikums Bremen-Mitte. Sie war ihrem zukünftigen Mann zum Beginn der klinischen Ausbildung nach Bremen gefolgt. 2003 heirateten die beiden in der Hansestadt. „Die Verbundenheit mit dieser Stadt ist immer geblieben, auch wenn andere Stationen folgten“, so Spöler.
Aber der Reihe nach: Claudia Spöler stammt ursprünglich aus dem Münsterland und hat bis 2001 in Würzburg studiert. Danach folgte ihr Einsatz am Klinikum Bremen-Mitte, der 2006 mit dem Wechsel nach Aachen endete. In Aachen machte Claudia Spöler viel Erfahrungen in der Intensiv- und Notfallmedizin, sowohl auf der Station als auch im Rettungswagen sowie auf dem Hubschrauber. 2008 folgte die Facharztanerkennung als Anästhesistin, 2009 die Zusatzqualifikation als Intensivmedizinerin. Bis 2013 arbeitete sie im Medizinischen Zentrum Kreis Aachen als Fachärztin der Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin. Danach folgten Tätigkeiten als Oberärztin in verschiedenen Bereichen der Anästhesie und Intensivmedizin in Aurich und Kassel um parallel dazu weitere Qualifikationen, wie beispielsweise die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin oder die zur „Ethikberaterin im Gesundheitswesen“ zu erwerben. 2019 bis 2024 wechselte sie als Oberärztin der Zentralen Notaufnahme an die Universitätsmedizin Göttingen (UMG), vertrat in Corona-Zeiten die Notaufnahme im Ethikrat, als es um Fragen zur Triage und zu Beatmungskapazitäten ging.
„Ethik ist für mich ein wichtiges Thema“ sagt Claudia Spöler. 2023 wurde sie in Göttingen zusätzlich zur Notfallmanagerin ernannt und entwickelte ein MANV-Konzept für die UMG zur Versorgung einer großen Zahl an Patienten in Folge einer Katastrophe. Parallel dazu baute sie ein gesondertes Kriseninterventionsteam auf. Zusätzlich bildete sie in der gesamten Zeit zahlreiche Assistenzärztinnen und -ärzte in den verschiedenen Bereichen der Notfallmedizin aus.
2024 ging es dann zurück in den Norden als Chefärztin an der Aller-Weser-Klinik und nun ans Klinikum Bremen-Ost. „Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe, auf das Haus und darauf, in einem großen Klinikverbund mit breitem Spektrum arbeiten zu können“, sagt Spöler.
Die Notaufnahme und das Aufnahmezentrum möchte sie für die Zukunft weiterentwickeln. „Notaufnahmen sind Orte, die wichtig für die Daseinsfürsorge sind. Sie müssen in allen Lebenslagen gut funktionieren“, so Spöler. Ihr liegt es dabei besonders am Herzen, das Team mitzunehmen. „Ohne Team geht es nicht“, sagt sie. Wir müssen den täglichen Herausforderungen einer Notaufnahme gewachsen sein und dabei sollte es auch dem Team gutgehen. Dafür wolle sie sorgen. „Es ist wie in der Familie. Auch in unserem Job brauchen wir Herz, Verstand, Mut, Resilienz und ein offenes Ohr “, sagt die zweifache Mutter. Und das alles bringt auch ihr neues Team im Klinikum Bremen-Ost durch und durch mit.















