Ansprechpartner
Dr. med. Andreas Fach

Leitender Oberarzt
Facharzt für Innere Medizin
Facharzt für Kardiologie
Zusatzqualifikation interventionelle Kardiologie
Schwerpunkte:
invasive und nichtinvasive Kardiologie, strukturelle Herzerkrankungen; Schrittmachertherapie
Zuständigkeit:
Intensivstation; Hybrid-OP; Herzkathererlabor
(0421) 879 4755
Andreas.Fach@Klinikum-Bremen-LdW.de
Priv.-Doz. Dr. med. Rico Osteresch

Leitender Oberarzt
Facharzt für Innere Medizin
Facharzt für Kardiologie
Zusatzqualifikation Herzinsuffizienz, interventionelle Kardiologie
Schwerpunkte:
invasive und nichtinvasive Kardiologie; strukturelle Herzerkrankungen
Zuständigkeit:
Hybrid-OP; Herzkathererlabor; Echolabor; Koordination interventionelle Therapie der Aorten- und AV-Klappen sowie Koordination LAA-Occluder
(0421) 879 4773
Rico.Osteresch@gesundheitnord.de
Die Darstellung der Herzkranzgefäße (Koronarangiographie) mit Röntgenkontrastmittel dient der Erkennung von Engstellen oder Verschlüssen der Koronarien bei koronarer Herzkrankheit (Herzkranzgefäßverkalkung). In Kooperation mit der Kardiologischen Praxis am LDW werden in unserem Zentrum jährlich mehr als 8300 Untersuchungen durchgeführt. Im Rahmen dieser Untersuchungen nehmen erfahrene Untersucher jährlich ca. 2500 Ballonerweiterungen (PTCA) mit Einbau einer Gefäßstütze (Stent-Implantation) vor.
Neben der Koronarangiographie führen wir zur verbesserten Diagnostik von behandlungsbedürftigen Engstellen in den Herzkranzgefäßen routinemäßig Messungen der fraktionellen Flussreserve (FFR-Messung mittels Druckdraht) durch. Weiterhin kommen alle modernen invasiven Visualisierungsmethoden (intravaskulärer Ultraschall und optische Kohärenztomographie) zur Optimierung der Stent-Therapie zum Einsatz. Dies ermöglicht es, für den individuellen Patienten die optimale Therapieentscheidung zu treffen.
Damit zählt das Herzzentrum Bremen zu den führenden kardiologischen Zentren Deutschlands. Durch unsere modern ausgestattete Intensivstation und die enge Kooperation mit der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am LDW können wir unseren Patienten ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleisten. Im Bedarfsfall werden auch besondere Verfahren der Gefäßbehandlung (z.B. Rotablation; Eröffnung verschlossener Gefäße sog. CTO) zur erfolgreichen Wiederherstellung der Durchblutung eingesetzt. Um Blutungskomplikationen nach der Gefäßpunktion zu vermeiden verwenden wir moderne Gefäßverschlusssysteme und führen, soweit dies möglich ist, die Untersuchung über die Armarterie (A. radialis) durch.
Neben Kathetereingriffen an den Herzkranzgefäßen führen wir auch schwerpunktmäßig eine hohe Anzahl katheterinterventionelle Verfahren bei anderen Herzerkrankungen durch.
Spezielle therapeutische Verfahren
Wiedereröffnung chronischer Koronararterienverschlüsse (CTO-Prozeduren)
Sind Koronargefäße mehr als 3 Monate verschlossen, so bezeichnet man sie als chronisch verschlossen (CTO = chronic total occlusion). Da sich die Gefäße über Monate oder auch Jahre langsam verengen, bis sie schließlich ganz verschlossen sind, bildet das Herz durch diesen chronischen Ischämiereiz Kollateralgefäße aus, die in vielen Fällen zumindest eine partielle Versorgung des Herzmuskels hinter dem chronischen Verschluss gewährleisten. Regelhaft reicht die Versorgung des Herzmuskels über diese Kollateralgefäße unter Ruhebedingungen aus, um ein Absterben des Herzmuskels zu verhindern. Unter Belastungsbedingungen aber ist sie fast immer unzureichend, so dass auch eine Wiedereröffnung bereits lange bestehender Verschlüsse sinnvoll sein kann. Dabei gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, das Gefäß antegrad, d.h. über den ursprünglichen Weg, zu rekanalisieren, oder auch retrograd. In diesem Fall versucht man den Verschluss über die Kollateralgefäße „hintenrum“ zu überwinden. Diese CTO-Prozeduren gehören zu den technisch anspruchsvollsten Koronarinterventionen. Sie werden bei uns regelmäßig durchgeführt.
Rotablation
Mit einer Ballonaufdehnung gelingt es häufig nicht, besonders stark verkalkte Engstellen ausreichend aufzudehnen. In diesen Fällen kann durch die Rotablation eine Abtragung dieser unelastischen Verkalkungen erreicht werden, sodass anschließend eine Ballonaufdehnung durchgeführt werden kann. Der Eingriff wird mittels eines speziellen Katheters durchgeführt: An dessen Vorderseite befindet sich ein elliptisch geformter, mit feinem Diamantstaub besetzter Bohrkopf. Der Bohrkopf ist mit einem beweglichen Antriebsschaft verbunden. Eine Turbine bringt den Bohrkopf über den Antriebsschaft in eine drehende Bewegung mit bis zu 200.000 Umdrehungen pro Minute, d.h über 3.000 Umdrehungen pro Sekunde. Bei der Abtragung der Engstelle enstehen kleinste „Späne“, die das Herz passieren können und in der Lunge durch den Körper wiederaufgenommen werden. Insgesamt wird die Rotablation eher selten in speziellen Zentren durchgeführt, da es sich um ein technisch aufwendiges Verfahren handelt.
Für Patientinnen und Patienten:
Die Herzkatheteruntersuchung
WAS IST EINE HERZKATHETERUNTERSUCHUNG?
Mit Hilfe der Herzkatheteruntersuchung, der sogenannten Koronarangiografie, ist es möglich die Herzkranzgefäße zu
beurteilen und Verengungen oder Verschlüsse zu erkennen und gegebenfalls zu therapieren. Dies erfolgt durch
Verwendung von Kontrastmittel und gleichzeitiger Röntgenaufnahmen.
Hierfür wird über eine kleine Einstichstelle am Handgelenk oder in der Leiste ein dünner Kunststoffschlauch durch die
Gefäße zum Herzen vorgeführt.
Die Untersuchung erfolgt in örtlicher Betäubung und wird oftmals von den Patienten und den Patientinnen kaum
wahrgenommen. Je nach Komplexität Befundes dauert der Eingriff zwischen 10 Minuten und zwei Stunden. Nach der
Untersuchung wird die Punktionsstelle mit einem Druckverband versorgt, der nach wenigen Stunden entfernt werden kann.
WANN SOLLTE EINE HERZKATHETERUNTERSUCHUNG DURCHGEFÜHRT WERDEN?
Eine Herzkatheteruntersuchung sollte dann durchgeführt werden, wenn der Verdacht auf eine Verengung der Herzkranzgefäße vorliegt. So ist diese Untersuchung bei einem akuten Herzinfarkt oder bei einer Vorstufe eines Herzinfarkes („instabile Angina pectoris“) zeitnah durchzuführen, um das erkrankte Gefäß zügig mit Hilfe eines Ballons aufzuweiten und anschließend mit einem Stent zu versorgen.
Andere Indikationen für eine Herzkatheteruntersuchung sind operationswürdigen Herzklappenfehlern, um Entscheidungen für die weiteren Behandlungsalternativen treffen zu können.
WIE WERDEN ENGSTELLEN DER HERZKRANZGEFÄßE BEHANDELT?
Die Herzkatheteruntersuchung ermöglicht nicht nur die Diagnose von Engstellen der Herzkranzgefäße („koronare Herzerkrankung /KHK“) sondern bietet auch die Möglichkeit einer sofortigen Behandlung der Engstellen. In den meisten Fällen kann mit Hilfe eines Ballons das Herzkranzgefäß geweitet werden („Ballondilatation“) und anschließend mit einer Gefäßstütze („Stent“), welcher mit Hilfe eines Trägerballons an die Gefäßwand gepresst wird, stabilisiert werden.
In aller Regel setzen die implantierten Stents bestimmte Medikamente frei, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Trotz allem ist für eine gewisse Dauer die Einnahme von mehreren Blutverdünnern notwendig, um einen akuten Verschluss des Stents durch ein Gerinnsel zu verhindern.
GIBT ES ALTERNATIVEN ZUR HERZKATHETERUNTERSUCHUNG?
Durch moderne bildgebende Verfahren wie dem Ultraschall, der MRT oder dem CT ist es oft möglich Diagnosen ohne eine Herzkatheteruntersuchung zu stellen. Trotz allem ist die Herzkatheteruntersuchung hinsichtlich vieler Fragestellung alternativlos. So kann zwar der Verdacht auf Verengungen der Herzkranzgefäße in anderen bildgebenden Verfahren ausgesprochen werden, letztlich kann dieser Verdacht aber nur durch eine Herzkatheteruntersuchung bestätigt und gegebenfalls sofort durch eine Aufweitung des Gefäßes und Implantation einer Gewebestütze aus Metall („Stent“) therapiert werden.









