Damit Kindern eine Narkose bestenfalls erspart bleibt

Mit dem „Minitom“ können junge Patientinnen und Patienten im Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess am Klinkum Bremen-Mitte nun ganz spielerisch und realistisch an eine CT- oder MRT-Untersuchung herangeführt werden – und so möglichst die Angst davor verlieren.

Foto vom Kinder CT in der Kinderklinik

Karen Duden-Stölting und Johannes Kück mit dem "Minitom"

Der Pinguin liegt bereit. Auf dem Display wird der Startknopf gedrückt und es dauert nicht lange, bis ein lautes Piepen ertönt und das weiße Spezialgerät scheinbar anfängt, das Kuscheltier zu scannen. Diese Miniversion eines Computertomografen mit eingebautem MRT (Magnetresonanztomograf) wird in diesem Fall nicht vom Krankenhausteam bedient, sondern von den jungen Patientinnen und Patienten selbst. Im Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess (Elki) können sie so selbst zum Radiologen oder zur Radiologin werden – und sich dabei vor allem mit einem Gerät, vertraut machen, mit dem sie selbst einmal untersucht werden müssen. 

„Schon für viele Erwachsene ist eine CT- oder MRT-Untersuchung neu und ungewohnt. Bei Kindern ist die Aufregung natürlich noch einmal umso größer“, sagt Johannes Kück, Stationsleiter der Station 3, im Eltern-Kind-Zentrum. Wenn sie „in die Röhre“ müssten, mache das vielen Kinder Angst – und sie tun sich dann schwer, ausreichend still zu halten, was für die Untersuchung in solch einem Gerät wichtig wäre. Damit das  trotzdem möglich wird, bleibt oft nur noch eine Narkose, um das Kind ruhig zu stellen. Mit dem Miniatur-CT-Gerät im Elki sollen Kinder, denen eine solche Untersuchung bevorsteht, von nun spielerisch an solch eine aufregende Untersuchung herangeführt werden und so möglichst Ängste abbauen. „Wenn wir es so schaffen, dem ein oder anderen Kind auf diese Weise eine Narkose zu ersparen, ist das schon ein echter Erfolg“, sagt Johannes Kück. 

Das Gerät mit dem Namen „Minitom“ von Siemens ist ganz neu im Spielzimmer des Eltern-Kind-Zentrums. Es konnte dank der Initiative des leitenden Oberarztes Dr. Stefan Fröhling und Spenden über den Verein Cancel Cancer e.V. und den Elternverein für Tumor- und Leukämiekranke Kinder besorgt werden. „Die ersten Kinder haben es bereits ausprobiert und bei dem einen oder anderen haben wir schon eine berechtigte Hoffnung, dass es durch das Spielen auch eine echte Untersuchung im CT ohne große Angst mitmachen wird“, sagt Erzieherin Karen Duden-Stölting. 

Natürlich durchleuchtet das Spielzeug-CT die Kuscheltierkörper nicht wirklich. Und trotzdem ist die Untersuchung so realistisch aber auch kindgerecht wie möglich dargestellt. Über ein Tablett können die Kinder ein Kuscheltier aus dem Wartezimmer des Programms aufrufen. Mit dem Drücken auf den Startknopf sieht man unter lautem Piepen, wie das Kuscheltier, dann auf dem Tablet durchleuchtet wird. Mit dem Programm sind auch immer kleine Aufgaben verbunden. Schließlich soll auch hier kein Kuscheltier umsonst untersucht werden. Die Diagnose ist in diesem Fall eindeutig: Das Kuscheltier hat fünf Legosteine im Bauch, die man auf dem Tablet finden soll. Danach gibt es Glückwünsche zur erfolgreichen Untersuchung. Zur Abwechslung können die Kinder auch selbst die MRT-Funktion ausprobieren und sich dafür in die rotausgeleuchtete, relativ enge Röhre legen. 

„So kann man sich langsam an solch ein beengtes Gefühl herantasten, schonmal schauen wie sich sowas anfühlt und dabei merken, dass es vielleicht gar nicht so schlimm ist, wie man erst denkt“, sagt Johannes Kück.  Und im besten Fall fällt es den meisten danach dann sicherlich nur noch halb so schwer sich, selbst einmal mit so einem Gerät untersuchen zu lassen.  

 

Minitom im Einsatz mit kleiner Puppe

 

Minitom im Einsatz mit Stoffaffen
Minitom im Einsatz - Blick auf das Steuerungsmodul

 

Minitom im Einsatz mit Stoffpinguin

 

 

 

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