Natürliche Nahrung für Frühgeborene

So funktioniert die Frauenmilchbank der Gesundheit Nord

Wie werden Frühgeborene ernährt?

In den vergangenen Jahrzehnten wurden Frühgeborene vornehmlich mit künstlicher Formula-Nahrung versorgt, heute setzt man vor allem auf Muttermilch. „Sie lässt sich durch kein künstlich hergestelltes Produkt imitieren“, sagt Dr. Thorsten Körner, leitender Arzt der Neonatologie, der zusammen mit Dr. Birte Tröger die Frauenmilchbank der Gesundheit Nord initiiert hat. Muttermilch schützt durch verschiedene immunologisch wirksame Substanzen das Neugeborene nicht nur in den ersten Monaten vor Infekten, sondern wirke sich auch langfristig auf die Gesundheit aus.

 

Welche Vorteile bietet Muttermilch?

„Man weiß heute, dass Kinder, die mit Muttermilch versorgt werden, sich nicht nur besser neurologisch entwickeln, sondern im Laufe ihres Lebens auch weniger anfällig für verschiedene Krankheiten wie Diabetes und allergische Erkrankungen sind.“ Muttermilch ist laut Dr. Birte Tröger ideal auf die Bedürfnisse eines Säuglings zugeschnitten und damit die beste und natürliche Ernährungsform in den ersten Lebensmonaten. Die erhöhte Anzahl von kleinen Frühgeborenen an der Grenze zur Überlebensfähigkeit stellt die Neugeborenenintensivmedizin auch in Bezug auf die Ernährung vor immer neue Herausforderungen. Mit der Etablierung der Frauenmilchbank für unsere Früh- und Neugeborenen können wir einen wichtigen Beitrag zur optimalen Versorgung der Kinder leisten und ihnen den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen.

 

Was ist eine Frauenmilchbank?

Nicht alle Mütter haben von Beginn an ausreichend Muttermilch. Um Frühgeborene von Beginn an mit ausreichend Frauenmilch versorgen zu können, wurde nun vom neonatologischen Team am Perinatalzentrum der GesundheitNord eine Frauenmilch-Bank gegründet. Mit ihr kann Milch von Spenderinnen aus den Reihen der eigenen Frühchen-Mütter gelagert und an die bedürftigen Frühgeborenen unserer Klinik abgegeben werden. Die Frauenmilchbank der Gesundheit Nord in Bremen arbeitet nach dem Prinzip der klinikinternen Frauenmilchspende. Ausgewählte Mütter, die selber Patientinnen des Perinatalzentrums waren und deren eigene Kinder auf der Frühgeborenen-Intensivstation behandelt werden, sollen die Möglichkeit erhalten, überschüssige Frauenmilch zu spenden.

 

Wer bekommt die gespendete Milch?

Bei den Empfängerkindern handelt es sich in erster Linie um extrem unreife Frühgeborene in der besonders sensiblen Zeit der ersten Lebenstage. Die Frauenmilchspende dient vornehmlich der Überbrückung, bis die eigene Mutter genug Muttermilch bereitstellen kann. Die Eltern werden zuvor um Einverständnis bezüglich der Verfütterung von Spenderinnen-Frauenmilch gefragt. Finanziert wird die Frauenmilchbank hauptsächlich über Spendenbeiträge.

 

Wann gilt ein Baby als Frühgeborenes?

Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, bezeichnet man als Frühgeborene. Die älteren Frühchen brauchen meist nur wenig zusätzliche Unterstützung. Doch insbesondere die kleinen Frühgeborenen, die vor der 32. Woche zur Welt kommen oder weniger als 1.500 Gramm wiegen, sind auf die Intensivmedizin angewiesen. „Entscheidend ist dabei vor allem der Reifegrad der Organe“, sagt Dr. Thorsten Körner, leitender Arzt der Abteilung für Neonatologie.


Wichtig: Derzeit können wir keine Milchspenden von außerhalb annehmen, finanzielle Unterstützung dagegen natürlich jederzeit gerne. Melden Sie sich dazu gerne per E-Mail an

frauenmilchbank@gesundheitnord.de

 


Kontakt

Dr. Thorsten Körner

Leitender Arzt
Neonatologie
frauenmilchbank@gesundheitnord.de

 

Dr. Birte Tröger

Oberärztin
Neonatologie
frauenmilchbank@gesundheitnord.de

 

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