Auf dem Weg zur Fusion der Krankenhausstandorte Klinikum Links der Weser und Klinikum Bremen-Mitte hat die Gesundheit Nord einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Die Geschäftsführung hat die Ergebnisse der Entwurfsunterlage Bau, kurz EW Bau, heute dem Aufsichtsrat vorgestellt. Die EW Bau ist das zentrale Planungs- und Kostendokument für das Bauvorhaben am Klinikum Bremen-Mitte. Zuvor hatten sich bereits der Bremer Senat, die Gesundheitsdeputation sowie der Haushalts- und Finanzausschuss der Stadt Bremen mit den Ergebnissen der Planungen befasst, so dass sie nun in allen relevanten Gremien behandelt worden ist. Damit ist die Finanzierung des Projektes in allen Bremer Entscheidungsrunden freigegeben und der Bauantrag kann gestellt werden.
Noch einmal zum Hintergrund: Zu Beginn des Jahres 2030 werden die stationären Bereiche des Klinikums Links der Weser an das Klinikum Bremen-Mitte ziehen, so dass dort ein großer Maximalversorger entsteht. Das heute schon breite Leistungsspektrum des Klinikums Bremen-Mitte wird dann um die Herzmedizin erweitert, so dass alle wichtigen Disziplinen unter einem Dach vereint sind. Während die Zahl der Betten am Klinikum Bremen-Mitte heute schon ausreichend für eine Zusammenführung der Standorte ist, müssen bis zum Umzug weitere Funktionsbereich geschaffen werden. In einem Neubau zwischen den vorhandenen Gebäuden, dem so genannten Lückenschluss, werden unter anderem Herz-OP-Säle und Herzkatheterlabore Platz finden. Zudem wird die Notaufnahme erweitert und durch eine kassenärztliche Ambulanz ergänzt. Diese Ambulanz wird Anlaufstelle für diejenigen Patientinnen und Patienten sein, die zwar eine ärztliche Versorgung, aber keine stationäre Behandlung benötigen. Für die Palliativstation, die bisher am Klinikum Links der Weser beheimatet ist, soll laut Planungen eine vorhandene Station im Klinikum Bremen-Mitte umgestaltet werden. Die Station soll künftig über zwölf Einzelzimmer, geeignete Bäder und eine Küche verfügen, die auch von Angehörigen genutzt werden könnten. Zudem soll die Station eine eigene begrünte Dachterrasse erhalten.
Im Zuge der baulichen Restrukturierung des Standortes wird auch das vorhandene Inhouse-Logistikkonzept angepasst. Das Klinikum verfügt schon heute über ein hochmodernes fahrerloses Transportsystem – also ein System, mit dem Materialien automatisiert von speziellen selbstfahrenden Wagen in alle Bereiche gebracht werden. Künftig werden auch das Haus 1, in dem sich die Notaufnahme und die zentrale Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte befinden werden, an dieses System angeschlossen.
Der Aufsichtsrat der Gesundheit Nord hatte die Fusion der Standorte Links der Weser und Bremen-Mitte im Sommer 2023 beschlossen. Seitdem wurden die Pläne gemeinsam mit den späteren Nutzern – also Fachleuten aus Medizin. Pflege und weiteren Berufsgruppen – intensiv geprüft, diskutiert und weiter ausgearbeitet. Die Ergebnisse dieser Nutzerabstimmungen sind in die nun vorgelegten Planungsunterlagen eingeflossen. Die EW Bau ist ein zentrales Dokument im öffentlichen Baurecht, muss also bei größeren staatlichen oder kommunalen Bauprojekten vorgelegt werden und bildet die abschließende Entscheidungsgrundlage, um die Finanzierung freizugeben. Nach aktuellem Stand gehen die Planer von Gesamtkosten in Höhe von 172,9 Millionen Euro aus. Gegenüber dem bisherigen Planungsstand bedeutet dies eine Kostensteigerung von lediglich 1,95 Prozent, was in einer so frühen Projektphase eher ungewöhnlich ist: Üblicherweise geht man davon aus, dass die Kosten zwischen dem ersten Planungsdokument, der Entscheidungsunterlage Bau, und der konkreteren Entwurfsunterlage Bau um bis zu 15 Prozent schwanken können. Finanziert wird die bauliche Restrukturierung des Klinikums Bremen-Mitte zu großen Teilen aus dem Krankenhaustransformationsfonds.
„Wir sind froh, dass wir auf dem Weg zur Neuaufstellung der Gesundheit Nord heute einen wichtigen Schritt machen konnten“, sagte Dr. Dorothea Dreizehnter, Geschäftsführerin Medizin und Vorsitzende der Geschäftsführung der Gesundheit Nord. „Die Fusion der Standorte Links der Weser und Bremen-Mitte ist unerlässlich, um dauerhaft wirtschaftlich arbeiten zu können. Wir werden mit der Fusion einen echten Maximalversorger schaffen und zugleich Leistungen bündeln und Angebote konzentrieren, um so dauerhaft die Krankenhausversorgung der Bremer Bevölkerung sicherstellen zu können. Wir sind dankbar, dass unsere Beschäftigten dieses Vorhaben so konstruktiv unterstützen – und freuen uns, dass der Aufsichtsrat diesen Weg heute noch einmal bestätigt hat.“















