Die große Baustelle auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Nord und rund um das Klinikum Bremen-Nord gehört der Vergangenheit an. Wo in den vergangenen zwei Jahren in Vorbereitung auf den Fernwärme-Anschluss Asphalt aufgerissen und Leitungen verlegt werden mussten, ist nun Ruhe eingekehrt. Seit diesem Sommer ist das Klinikum Bremen-Nord ans Fernwärmenetz angeschlossen. Das heißt: Das Krankenhaus hat seine komplette Wärmeversorgung auf Fernwärme umgestellt. Seit dem 22. Juni 2026 wird das Krankenhaus über das neue Wärmenetz von enercity contracting mit Wärme aus dem Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk im Wollkämmerei-Quartier versorgt „Der mehrwöchige Testbetrieb war erfolgreich, wir sind nun stabil am Netz. Das ist ein echter Meilenstein“, sagt die geschäftsführende Krankenhausdirektorin Vivien Voigt.
Über das Ergebnis hat sich an diesem Dienstag auch Bremens Staatsrat für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Jan Fries, bei einem gemeinsamen Termin mit Krankenhausdirektion und Energieversorger im Krankenhaus informiert. Er zeigte sich beeindruckt und meint: „Mit dem Anschluss an die Fernwärme zeigt das Krankenhaus, wie Klimaschutz und sichere Energieversorgung zusammen funktionieren können. Es ist ein starkes Signal, dass das Krankenhaus, als Teil der kritischen Infrastruktur, seinen direkten Einsatz fossiler Energieträger deutlich reduzieren kann.“
Die Quelle der Fernwärme liegt nur wenige Hundert Meter weiter im Kämmerei-Quartier. Das dortige Heizkraftwerk produziert jeden Tag eine riesige Menge an Energie als ungenutzte Abwärme. Das Klinikum Bremen-Nord ist nun einer der ersten großen Abnehmer dieses riesigen Wärmepotenzials.
„Bisher haben wir vor allem Gas zur Wärmegewinnung genutzt. Die Umstellung auf Fernwärme ist für uns ein Riesenschritt in Sachen CO2-Neutralität“, sagt Eduard Gallwas, Objektleiter des Technik- und Gebäudemanagements (TGM) im Klinikum Bremen-Nord. Die Versorgung mit Fernwärme biete dem Krankenhaus mehrere Vorteile. So mache man sich unabhängig vom Gasmarkt und schwankenden Preisen. „Auf lange Sicht ist es zudem die günstigere Variante und nicht zuletzt eine umweltfreundliche Lösung“, so Gallwas.
Die Gesundheit Nord erfüllt mit diesem Schritt auch die ersten Ziele der Klimaschutzstrategie 2038 des Landes Bremen. „Verbundweit werden die zukünftig verbleibenden Standorte Klinikum Bremen-Mitte, Klinikum Bremen-Nord und Klinikum Bremen-Ost nun zu 100 Prozent über Fernwärme als Heizenergie versorgt“, sagt Thomas Jacob, Leiter des Geschäftsbereichs Bau und Technik der Gesundheit Nord.
Der Gasbezug zum Heizen und für die Trinkwassererwärmung im Klinikum Bremen-Nord hat bisher durchschnittlich bei 7.7 Millionen kWh pro Jahr gelegen, aus denen 6,3 Millionen kWh pro Jahr Nutzwärme erzeugt wurde. „Durch die Umstellung auf Fernwärme fällt dies nun alles weg. Wir sparen eine riesige Gasmenge und wir verringern den CO2-Ausstoß um gut 1.500 Tonnen pro Jahr“, so Gallwas. Durch die Umstellung auf Fernwärme spart das Klinikum Bremen-Nord auch die hohen Investitionen, die eine grundlegende Erneuerung bestehenden Blockheizkraftwerks und der eigenen Heizzentrale bedeutet hätten.
In Sachen Effizienz sei die Nutzung der Wärme, die zum Klinikum geleitet wird, ideal. Das Klinikum nutzt, was sowieso an Wärmepotenzial vorhanden ist – und das auch noch in unmittelbarer Nähe. „Mit dem Anschluss des Klinikums Bremen-Nord zeigen wir, wie vorhandene lokale Wärmepotenziale effizient genutzt werden können“, sagt Dr. Manfred Schüle, Geschäftsführer von enercity contracting. „Statt Abwärme ungenutzt an die Umgebung abzugeben, wird sie künftig für die Wärmeversorgung einer wichtigen Einrichtung der Daseinsvorsorge eingesetzt.“


















